„Es hilft, Prioritäten zu setzen“

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Interview . Moderatorin Susanne Holst über „Wissen vor acht – Mensch“ (ARD), Rezepte gegen Stress und ihr Leben ohne Fernseher.

Sie ist „Tagesschau“-Sprecherin, promovierte Ärztin und Autorin mehrerer Gesundheitsbücher – Susanne Holst. Von heute an präsentiert die 52-Jährige immer dienstags um 19.45 Uhr das neue Magazin „Wissen vor acht – Mensch“, in dem sie jede Woche Wissenswertes aus der Welt der Wissenschaft vorstellt und Gesundheitstipps für den Alltag gibt. Die gebürtige Hamburgerin jobbte schon während des Studiums für den Privatsender Sat.1, wo sie als Moderatorin des Frühstücksfernsehens populär wurde. Danach präsentierte sie verschiedene Medizinformate wie „Bleib gesund“ (Sat.1) oder „Ratgeber Gesundheit“ (ARD). Seit 2001 ist Holst regelmäßig als Sprecherin der „Tagesschau“-Ausgaben am Nachmittag im Einsatz und half auch schon bei den „Tagesthemen“ aus.

-Was erwartet den Zuschauer in „Wissen vor acht – Mensch“?

Es erwartet ihn ein kleines Füllhorn mit Aha-Erlebnissen. Es geht um spannende Alltagsthemen – was macht man zum Beispiel, wenn der Partner schnarcht? Wir liefern Denkanstöße, auch was die Ernährung angeht. Ein großes Thema.

-Gibt es für Sie als promovierte Ärztin so etwas wie eine goldene Regel in Sachen Gesundheit?

Sich ausgewogen ernähren, in Bewegung bleiben und Achtsamkeit üben. Das heißt, man sollte versuchen, auch einmal an sich zu denken, zur Ruhe zu kommen und sich zu fragen: Was brauche ich jetzt eigentlich wirklich? Und man sollte sich Rituale schaffen, denn die haben einen wunderbaren Entspannungseffekt.

-Der moderne Mensch lässt sich stattdessen oft von langen Listen hetzen, auf denen steht, was noch alles zu erledigen ist…

Das kenne ich von mir selbst. Aber inzwischen versuche ich, die Liste zu meiner Freundin zu machen. Ich sage mir: Es steht alles auf dem Zettel. Ich kann mir jetzt eine Pause gönnen und muss keine Angst haben, dass ich etwas verschwitze. Außerdem hilft es, Prioritäten zu setzen.

-Auf welche Gesundheitsprobleme werden Sie von Lesern und Zuschauern am häufigsten angesprochen?

Auf den Umgang mit Stress. Wie kann man in der Balance bleiben, obwohl man so viel zu managen hat?

- Und was tun Sie konkret gegen den alltäglichen Stress?

Eine kleine Oase ist für mich das Laufen. Wenn ich drei Mal pro Woche 30 Minuten jogge, bin ich ganz stolz, das ist wie eine kleine Meditation. Und ich stehe eine Stunde vor meinen Kindern auf, um 5.30 Uhr. Diese Zeit gehört mir, dann decke ich vielleicht schon mal in Ruhe den Frühstückstisch oder schwinge mich auf meinen Crosstrainer.

-Viele geschlauchte Berufstätige setzen sich abends vor den Fernseher, um zu entspannen. Welche Dosis ist vertretbar?

Sie fragen insofern die Falsche, als ich erstens beim Fernsehen arbeite und zweitens gar keinen Fernseher habe. Wenn wir in der Familie was gucken, dann gezielt übers Internet. Eine halbe Stunde Medienzeit am Tag für meine neun Jahre alten Zwillinge finde ich gut.

-Dann können Sie jetzt gar nicht verraten, welche Arztserien Sie als Medizinerin gut finden und welche nicht?

Nein, leider nicht. Ich darf Ihnen aber gestehen, dass ich ein Anhänger von „Rote Rosen“ bin.

-Eine Telenovela, die aber nichts mit Medizin zu tun hat, sondern nur mit Herzschmerz…

Diese Sendung begleitet mich seit Jahren, denn immer wenn ich vor der 15-Uhr-„Tagesschau“ im Studio darauf warte, dass es losgeht, läuft noch der Rest von „Rote Rosen“. Irgendwann habe ich sie dann auch privat eingeschaltet. Jetzt schaue ich sie mir zum Beispiel an, wenn ich daheim mein Fitnessgerät benutze. Es ist so absehbar und dadurch so beruhigend. Außerdem schaue ich am Computer manchmal Frühstücksfernsehen, denn da kommen die Korrespondenten zu Wort, die später im Lauf des Tages auch von uns bei der „Tagesschau“ befragt werden.

Das Gespräch führte Cornelia Wystrichowski.

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