SEIT MEHR ALS 30 JAHREN ZEIGT DAS ZDF IN DER REIHE „TERRA X“ ATEMBERAUBENDE TIERDOKUMENTATIONEN – „JEDE GESCHICHTE IST EIN DRAMA“

Helden der Natur

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Ganz dicht dran an den kleinen (Über-)Lebenskünstlern: Die Tierfilmer von „Terra X“ zeigen nicht nur die „Poster Animals“, sondern auch weitgehend unbekannte Geschöpfe wie hier den Rotaugenfrosch im Regenwald von Costa Rica.

Von Rudolf Ogiermann. Bernhard Grzimek, Heinz Sielmann, Horst Stern – Tierfilmer gehörten zu den Stars der frühen Fernsehjahre.

Die Zeiten prominenter Autoren sind längst vorbei, Tier- und generell Naturdokumentationen erfreuen sich jedoch auch im 21. Jahrhundert großer Beliebtheit. Davon profitieren auch die Macher von „Terra X“, einer ZDF-Reihe, die es – unter wechselnden Namen und auf wechselnden Sendeplätzen – seit dem Jahr 1982 gibt. Und auch wenn unter diesem Label unter anderem Geschichts- und Wissenschaftsdokus ausgestrahlt werden, so wird „Terra X“ doch vom klassischen Naturfilm dominiert.

So wie an diesem Sonntag, wenn der Mainzer Sender um 19.30 Uhr „Eine Erde – viele Welten“ zeigt, das „Best of“ einer Reihe, die in Zusammenarbeit mit der BBC entstand. Dass so viele Zuschauer – nach Senderangaben im Schnitt um die fünf Millionen – dranbleiben, wenn sich die Kamera an die kleinen oder größeren (Über-)Lebenskünstler unseres Planeten heranzoomt, führt Redaktionsleiterin Friederike Haedecke im Gespräch mit unserer Zeitung auf zwei Faktoren zurück – zum einen auf das gestiegene Umweltbewusstsein, zum anderen auf die verbesserte Technik: „Da haben wir große Sprünge gemacht“.

Nicht nur die Ausrüstung der Filmemacher sei besser geworden, auch die modernen Fernseher in den Wohnzimmern „liefern dem Zuschauer immer brillantere Bilder“. Heute kämen unter anderem Drohnen zum Einsatz und künstliche Tiere, deren „Augen“ in Wirklichkeit Kameras seien, mit denen man den Protagonisten so nah wie nie zuvor komme.

Darüber hinaus habe sich im Lauf der Zeit das „Storytelling“ geändert, so die 48-Jährige, die seit dem vergangenen Jahr Chefin von „Terra X“ ist: „Früher wurde über Tiere geredet, heute wird aus der Sicht von Tieren erzählt. Jede Geschichte ist ein Drama, bei dem man mitfiebert, wie es ausgeht.“ Und nicht immer muss es dabei um die, wie Haedecke sie nennt, „Poster Animals“ gehen, die Löwen, Tiger oder Elefanten. Viel öfter stehen weitgehend unbekannte Geschöpfe im Fokus wie Glasfrösche oder Meerechsen, die das Schicksal eint, ihren Nachwuchs sofort nach dem Schlüpfen gegen Feinde wie Wespen oder Schlangen verteidigen zu müssen. Auch anderen höchst ungewöhnlichen Wald-, Wüsten- und Bergbewohnern wolle „Eine Erde – viele Welten“ ein Denkmal setzen.

Von Belehrung des Zuschauers, von direkten Appellen, sein Verhalten zu ändern, wie sie den Ahnen des Tierfilms durchaus schon einmal von den Lippen kamen, hält Haedecke nichts: „Wir zeigen die Natur so atemberaubend, wie sie ist, und vertrauen darauf, das der Zuschauer selbst für sich beschließt: ,Diese Welt ist so bunt und so voller Wunder, die müssen wir einfach erhalten.‘“

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