„MAN(N) SCHWITZT“ IM THEATER IM FRAUNHOFER

Heiß gelaufen

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von malve gradinger „Wir empfehlen leichte Kleidung, es wird warm“, so der Tipp vorab.

Wurde es dann auch, im doppelten Sinn. Im beengten Münchner Theater im Fraunhofer befinden wir uns nämlich in einer Sauna, wo drei Typen eigentlich Entspannung suchen, aber sich dann in heiß laufende Debatten hineinsteigern: wegen der nicht ganz oder überhaupt nicht verstandenen weiblichen Hälfte. In „Man(n) schwitzt“ führt Petra Wintersteller (Buch/Regie/Reizwerk-Produktion), obwohl Frau!, ganz unparteiisch die männliche Spezies vor: vornehmlich im hilflosen Scheitern an weiblicher Machart.

Ihr Trio entblößt sich weit unter das Sauna-Frotteetuch. Pascal (Heiko Dietz) ist der absolute Nervtöter, der mit plump vertraulichem Auf-den-Leib-Rücken und Dauergequatsche den zurückhaltenden Uwe (Christian Ammermüller) aus seinem Wunsch nach Ruhe herausbulldozert. Es trifft noch ein der jüngere Ben (Benjamin Hirt), ständig das Smartphone am Ohr (die Ultimatum-stellende Freundin!), der mit seinem Heiraten-oder-noch-nicht-Dilemma zum Problem-Katalysator für die beiden abgekämpften Ex-Ehemänner wird. Unausweichlich also: die glorreichen Drei finden sich allmählich sympathisch, knallen sich wie alte Kumpel Meinungsverschiedenheiten vor den Latz und lassen voll den Kummer raus. Uwe hat im Highlife von Werbe- und Model-Milieu seine Ehe selbst vermasselt, der einfach gestrickte Pascal erwischte die falsche Frau. Sein lärmiges Prolo-Gehabe jetzt runtergeschraubt, sinniert er: „Ich hätte mehr ich selbst sein müssen.“ Was wohl die beste aller Einsichten ist.

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heute und morgen,

Fraunhoferstraße 9; Telefon 089/ 26 78 50.

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