DEUTSCHLAND TRÄUMT VON EINEM GUTEN ERGEBNIS BEIM FINALE DES EUROVISION SONG CONTEST (ESC) AN DIESEM SAMSTAG IN LISSABON

Große Hoffnungen

Von Dieter Paul Adler. Deutschland geht mit so guten Aussichten wie seit langem nicht mehr in das am Samstag in Lissabon stattfindende Finale des Eurovision Song Contest (ARD, ab 21 Uhr).

Nach dem am Donnerstagabend beendeten zweiten Halbfinale kletterte der deutsche Sänger Michael Schulte am Freitag in den Wettbüros auf Platz vier und damit in das erweiterte Favoritenfeld.

Neben Gastgeber Portugal sind nur die fünf größten Geldgeber des Wettbewerbs für das Finale am Samstag gesetzt. Die 20 weiteren Plätze wurden in den zwei Halbfinals vergeben. Norwegen mit dem ESC-Sieger des Jahres 2009, Alexander Rybak, galt wie der Schwede Benjamin Ingrosso als sicherer Finalkandidat. Die beiden kamen ebenso weiter wie die Starter aus Serbien, Moldau, Ungarn, der Ukraine, Australien, Dänemark, Slowenien und den Niederlanden. Besonders der ungarische Auftritt fiel spektakulär aus - die Metalband AWS zog mit dem lautesten und härtesten Auftritt des Abends ins Finale ein.

Hingegen scheiterte Russland überraschend mit Starterin Julia Samoilowa. Damit schaffte zum ersten Mal seit über 20 Jahren ein russischer Starter nicht den Finaleinzug. Im vergangenen Jahr hatte Russland im ukrainischen Kiew auf einen Start verzichtet, weil die dort ebenfalls als Sängerin vorgesehene Samoilowa wegen eines Auftritts auf der von Russland annektierten Krim ein Einreiseverbot in die Ukraine hatte.

In den Wettbüros, die in den vergangenen Jahren häufig den Sieger des weltweit am meisten beachteten Musikwettbewerbs richtig prognostizierten, liegt inzwischen Eleni Foureira aus Zypern stabil vorn. Hinter ihr folgt die Israelin Netta, die zuvor lange größte Favoritin war. Es folgt Frankreich. Während diese besten drei bei den Buchmachern recht weit vorn liegen, folgt danach eine ganze Gruppe an Ländern, die die Buchmacher nah beieinander sehen. Darunter sind Litauen, Schweden, Irland, Italien, Norwegen und auch Deutschland – zwischenzeitlich kletterte Schulte am Freitag bis auf Platz vier bei den Wetten nach vorn.

Auf Schulte ruhen große Hoffnungen, dass er das enttäuschende Abschneiden mit letzten oder vorletzten Plätzen in den vergangenen drei Jahren beenden kann. Schulte singt das Lied „You let me walk alone“ über seinen verstorbenen Vater. Im zweiten Halbfinale durfte der 28-Jährige sich auch dem Publikum präsentieren. Dabei verriet der im August zum ersten Mal Vater werdende Sänger in der Show auch das Geschlecht des Kindes: „Es wird ein Junge“.

Der in diesem Jahr zum 63. Mal stattfindende ESC ist der weltweit am meisten beachtete Musikwettbewerb. Im vergangenen Jahr gewann der Portugiese Salvador Sobral. Eröffnet wird der Wettbewerb von der Ukraine, als 26. und letztes Land ist Italien an der Reihe.

Vor und nach dem großen Finale spielt die Musik in Hamburg, wenn das Erste den „Countdown für Lissabon“ (20.15 Uhr) und die „Grand Prix Party“ (0.30 Uhr) live von der Reeperbahn überträgt. Moderatorin ist Barbara Schöneberger, für die es auch wie bei ihrem aktuellen Albumtitel heißt: „Eine Frau gibt Auskunft“. Zum vierten Mal wird die 44-Jährige im Finale verkünden, an wen die deutsche Jury zwölf Punkte vergeben hat. afp

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