„BALLET REVOLUCIÓN“ FEIERTE PREMIERE IN MÜNCHEN

Glücklichmacher

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von malve gradinger. Applaus ist nicht gleich Applaus.

Im Begeisterungsorkan, der immer wieder im Münchner Circus Krone aufrauscht, sind Tänzer wie Publikum vereint im euphorischen (Selbst-)Erlebnis menschlicher Bewegungsfähigkeit. „Ballet Revolución“, die neue Show der seit Jahren Tournee-erprobten Truppe aus Havanna, macht einfach glücklich – und das ist die eigentliche Revolution.

Das Kuba Fidel Castros (1926-2016) bedeutete für die Menschen Entbehrung. Aber die Jugend hat(te) Zugang zu Bildung und Ausbildung. Wer hier tanzt, kommt aus den drei Elite-Akademien: für klassischen Tanz (just von dort auch die drei Kubaner im Bayerischen Staatsballett), für die Moderne und die Folklore. Und diese Kids federn über die Bühne mit Lineal-gezogenen Spagat-Sprüngen, mit Dauer-Pirouetten, das Bein dabei seitwärts auf Hüfthöhe gehalten, kurz: mit all den Schritten, die man von Ballett-Prinzen kennt. Nur, dass sie als Abgang von einer solchen Virtuoso-Figur lässig einen Salto rückwärts machen und die Mädchen, stahlsicher auf Spitze, ganz selbstverständlich sexy Breakdance-Wellen durch ihre schlanke Mitte rollen lassen.

Während die Band einheizt mit Pop-Hits von Adele bis Enrique Iglesias, George Michael, Justin Bieber und Prince, mixen diese 20 Tänzer in vorbeirockenden Ensembles, in Quartetten und Pas de deux (Choreografie: Roclan Gonzales Chavez und Aaron Cash) zur sportlichen Klassik noch Samba-Hüftschwung, Musical-Chorusline, Varieté-Equilibristik und dieses faszinierende, schnelle stufenartige Rucken durch den Körper, die „Isolation-Technik“, die ihnen von ihren afrikanischen Vorfahren als Bewegungs-Gen mitgegeben wurde. Fast kein europäischer Tänzer kriegt das so geschmeidig hin. Die Mischung von Stilen haben längst auch andere Tournee-Compagnien für sich entdeckt. Die Kubaner bewahren dabei den noch von Kommerz-Glamour unverdorbenen Charme ihres Landes.

Weitere Vorstellungen

bis 22. April; Telefon 089/ 54 81 81 81.

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