DER KULTURKANAL ARTE PORTRÄTIERT DEN FRANZÖSISCHEN FILMKOMIKER LOUIS DE FUNÈS

Geliebter Giftzwerg

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„Alles tanzt nach meiner Pfeife“: Louis de Funès im gleichnamigen Film aus dem Jahr 1970. Foto: Arte

Von Rudolf Ogiermann. Er lockte Millionen Menschen in die Kinos, doch in der zeitgenössischen Filmkritik seines Heimatlandes kam Louis de Funès, der bis heute wohl populärste Filmkomiker Frankreichs, schlecht weg.

Seine Filme seien „Kino für rechte Kleinbürger“, ätzten sie. Auch an diesen Aspekt seiner Biografie erinnern Grégory Monro und Catherine Benazeth in ihrer Dokumentation „Louis de Funès – Alles tanzt nach meiner Pfeife“, die Arte heute um 21.45 Uhr zeigt. Anlass ist der 35. Todestag des Schauspielers, Drehbuchautors und Regisseurs, der am 27. Januar 1983 im Alter von 68 Jahren starb.

Der Sohn spanischer Einwanderer schaffte seinen Durchbruch erst mit 50 – in „Der Gendarm von Saint Tropez“. Zuvor schlug sich de Funès mit kleinen Rollen durch, anfangs begab er sich auf eigene Faust an Filmsets und hoffte darauf, vom Fleck weg als Statist engagiert zu werden. Mit der Figur des Ludovic Cruchot in den „Gendarm“-Filmen (bis zu seinem Tod entstanden noch fünf Fortsetzungen) schuf der nur 1,65 Meter große Künstler den Prototyp des wild grimassierenden Cholerikers („Nein!“ – „Doch!“ – „Ohhh“!), der nach oben buckelt und nach unten tritt. Stets spielte er ihn jedoch in einer stark überzeichneten, sich selbst parodierenden Art und Weise. Zu seinem Werk gehören ferner unter anderen „Hasch mich, ich bin der Mörder“, „Die Abenteuer des Rabbi Jacob“ sowie „Brust oder Keule“.

In der Doku erinnern Kollegen, sein Biograf Bertrand Dicale und andere Kenner des Komikers an den „geliebten Giftzwerg“, außerdem gibt es viele Filmausschnitte zu sehen, teils aus seinem selten gezeigten Frühwerk.

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