Ab geht die Party!

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Mit ihren Klassikern in München: Vicky Leandros. Foto: Hangen

Schlagernacht des Jahres, Olympiahalle.

Howard Carpendale bleibt erst mal stehen und schaut sich um, ob sie ihn hier in der Olympiahalle überhaupt kennen – die 10 000 sind ja nicht (nur) seinetwegen gekommen. Zwei Worte säuselt er ins Mikro, etwas zurückhaltend noch. „Hello again.“ Dann ist die Sache abgemacht: Carpendale ist willkommen, sehr willkommen sogar. Und ab geht die Party!

Schlagernächte sind ein beinahe absurdes Phänomen. Wahrscheinlich nirgendwo sonst ist das Publikum so dankbar, so schnell ekstatisch – ohne Anheizer, Pyrotechnik, Bühnenbrimborium. Es geht nicht um Perfektion; es geht ums Feiern, um eine ausschweifende Party, um den sechsstündigen Schlagerexzess. Klar ist das klischeehaft: Manche Fans haben tief in der Kostümkiste gewühlt, es fließt viel Bier und Caipirinha (mit zwölf Euro für den halben Liter aber arg teuer). Bis auf die Stimmen der Sänger kommt alles vom Band, aber sonst ließen sich auch nicht 13 Auftritte im 20-Minuten-Takt in einen Abend packen.

Seit Jahren zieht der „Schlagernacht“-Zirkus so durch Deutschland, die Reihe ist die erfolgreichste der Branche. Mit dem Wechsel auf den Samstagabend ist es zwar nicht mehr so heimelig wie einst am Sonntagnachmittag, aber die Nachfrage gibt den Veranstaltern Recht: Gefühlt jedenfalls ist es so voll wie noch nie in München. Obwohl die Besetzung schon prominenter war. Mickie Krause hat seine prolligen Ballermann-Nummern dabei, die große Vicky Leandros ihre Evergreens und Maite Kelly Tanzmusik. Andere Stars der Szene wie Beatrice Egli und Roland Kaiser fehlen heuer aber. Dennoch tanzen alle zusammen Polka oder Discofox. sebastian Dorn

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