Der ganz normale Familienwahnsinn

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Vater und Sohn: Franz Germinger senior (Friedrich von Thun, l.) und Franz Germinger junior (Maximilian Brückner). Mit einem wie Friedrich von Thun zu drehen, war für Maximilian Brückner ein „besonderes Glück“. Foto: ZDf

Der Münchner Schauspieler Maximilian Brückner über den bayerischen ZDF-Samstagskrimi „Schwarzach 23“. von Katja Kraft.

„Ich brauch’ Deine Ratschläge nicht“, motzt der Sohnemann – und weiß vermutlich selbst, dass das nicht ganz stimmt. Denn es ist ja nicht so, dass der Papa, Franz Germinger senior, nicht selbst die eine oder andere Lebenserfahrung gemacht hat. Und dem Franz junior möglicherweise helfen könnte. Der Alte war schließlich auch mal Polizist, wie der Junge heute. Aber wie’s eben so ist, in der Familie – einzugestehen, dass man einander – bei allen Querelen – ja doch irgendwie braucht, ist nicht so ganz einfach.

Auf wunderbare Weise zeigt uns der neue ZDF-Krimi „Schwarzach 23 – Und die Hand des Todes“ (Samstag, 20.15 Uhr), was wir aus dem eigenen Familienleben nur allzu gut kennen. Den ganz normalen Wahnsinn. Maximilian Brückner gibt mit Wuschelkopf und sanften Gesichtszügen den liebenswerten jungen Franz, der letztlich den Familienladen zusammenhält. Mit größter Freude ist er im Team dabei – unter anderem an der Seite von Friedrich von Thun, mit dem schon immer einmal spielen wollte. „,Schwarzach 23‘ gefällt mir so gut, weil es nicht heimelig ist. Man denkt ja erst: Ach, so eine Heile-Welt-Familiengeschichte. Doch im Gegenteil, die hauen sich die Köpfe ein. Und merken immer wieder: Miteinander geht’s nicht, aber ohne noch viel weniger“, erzählt er und lacht.

Aber, bei aller Liebe – schon wieder ein Krimi? „Ja ich weiß“, sagt er mit gespielt verzeifeltem Gesichtsausdruck. Doch: „Das Genre ist noch lange nicht auserzählt. Es gibt immer wieder Reihen wie diese, die ganz anders sind. Unser Regisseur Matthias Tiefenbacher erzählt auf seine ganz eigene Art, macht immer wieder Rückblenden – das ist eine ganz schräge, wilde Geschichte, in der so unterschiedliche Figuren aufeinanderprallen. Das gefällt mir.“

Es sind zutiefst bayerische Figuren, die da miteinander zanken, sich aneinander reiben, und doch nicht anders können, als füreinander da zu sein. Vor allerschönstem Naturpanorama. Kitschig wird’s trotzdem nicht. Zum Glück! „Wir haben zwar diese Bilderbuchkulisse, aber wir zerstören sie hemmungslos“, erzählt Brückner und grinst. Ihm gefällt das sichtlich. „Man demontiert dann einfach mal kurz diese wunderbare Landschaft. Dadurch funktioniert der Film verdammt gut.“

Würde sie auch in einem anderen Bundesland gelingen? Brückner überlegt. „Das ist schon typisch bayerisch. Dieses Understatement, das Runterspielen. Das eine sagen, das andere meinen. Die Filme sind zutiefst bayerisch. Grad, weil wir nicht so schunkelig daherkommen, sondern das unverblümte Bayern zeigen.“

Dass die überregionalen Sender heute immer mehr auf Filme setzen, in denen Lokalkolorit durchschlägt, kommt dem Dialekt sprechenden Münchner nicht nur persönlich gelegen – er hält es auch für einen begrüßenswerten Trend. „Der rührt vielleicht daher, dass man wieder mehr seine Wurzeln sehen möchte, den Drang nach Heimat verspürt. Man sehnt sich nach einem Gefühl, irgendwo hinzugehören, dazuzugehören. Das hat so eine eigene Kraft. Früher hat man auch im Fernsehen versucht, alles gleichzumachen. Da hatte nichts wirklich Ecken und Kanten. Es ist schön, dass man das wiedergefunden hat. Vielfalt ist immer wichtig! Vereinheitlichung ist immer schlecht.“

Der 36-Jährige möchte deshalb unbedingt weitermachen mit „Schwarzach 23“, diesem höchst amüsanten, liebenswert gemachten Bayern-Krimi. „Der Stoff hat so viel Potenzial. Jetzt haben wir ihn ja bloß mal angetippt – und da kann man noch richtig explodieren.“ Die Initialzündung sollten die Zuschauer an diesem Samstag nicht verpassen.

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