AM SAMSTAG ZEIGT DAS ZDF DIE VERFILMUNG DES BELIEBTEN KRIMIS „OSTFRIESENKILLER“ VON KLAUS-PETER WOLF

Ganz nah dran am Buch

Wer spielt seine Vorlagefiguren? Das war für den Autor bei der Verfilmung seiner Krimis die entscheidende Frage. Mit Christiane Paul als Ann Kathrin Klassen und Andreas Euler als Peter Grendel ist er zufrieden. foto: ZDF
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Wer spielt seine Vorlagefiguren? Das war für den Autor bei der Verfilmung seiner Krimis die entscheidende Frage. Mit Christiane Paul als Ann Kathrin Klassen und Andreas Euler als Peter Grendel ist er zufrieden. foto: ZDF

von Katja Kraft. Eine Literaturverfilmung ist immer so eine Sache.

Besonders dann, wenn die Vorlage ein solcher Erfolg ist und von so vielen Menschen geliebt wird wie Klaus-Peter Wolfs Ostfriesenkrimis. Der Autor weiß darum. Und hat deswegen die Verfilmung seines Buchs „Ostfriesenkiller“ von Anfang an begleitet. „Normalerweise sind das Teuerste bei so einer Adaption ja die Rechtsanwälte nach der Ausstrahlung des fertigen Films“, scherzte Wolf kürzlich noch bei einer Lesung im Rahmen des Krimifestivals München (wir berichteten). In diesem Fall müsse man da keine Sorge haben. Denn: „Der Film ist wirklich sehr gelungen.“ Wenn das derjenige sagt, der all die Figuren von Ann Kathrin Klaasen über Weller bis Rupert erfunden hat, dann dürfen Fans es wagen, an diesem Samstagabend einzuschalten, wenn das ZDF um ab 20.15 Uhr den „Ostfriesenkiller“ zeigt.

Eine Mordserie erschüttert den friedlichen Urlaubsort Norden an der ostfriesischen Nordseeküste. Die ersten beiden mit äußerster Brutalität und Präzision getöteten Opfer führen Hauptkommissarin Ann Kathrin Klaasen sowie ihre Kollegen Weller und Rupert zum Regenbogenverein, der sich nicht nur um behinderte Menschen kümmert, sondern auch deren teilweise beachtliche Vermögenswerte verwaltet. Was haben ihr Chef, Ulf Speicher, und Kai, der sein Freiwilliges Soziales Jahr bei ihnen absolviert, getan, dass sie sterben mussten? Wer wird als nächster dran glauben? Wolfs Ostfrieslandkrimis zeichnen sich durch präzise beobachtete Charaktere aus und sind fest verwurzelt in dieser eigenwillig gezeichneten Küstenregion. Und so war die entscheidende Frage auch für Wolf natürlich: Wer darf die Hauptrollen und all die liebevoll geschilderten Nebenfiguren spielen? Denn viele im Buch beschriebenen Personen gibt es wirklich. Den Handwerker Peter Grendel beispielsweise. Der heißt im echten Leben genauso – und ist wie von Wolf gezeigt ein Bär von einem Mann. Gespielt wird er im Film von Andreas Euler. Als der echte Grendel und Euler einander gegenüberstanden, war das Original von seinem Filmdouble sogleich überzeugt. Nur von einem Faktum nicht. „Solche Sachen würde ich aber nicht tragen“, bemerkte er trocken in Anspielung auf die Kostümierung. Was taten also die zwei? Tauschten kurzerhand am Set ihre Kleidung. „Daran sieht man, wie gut hier gecastet wurde – die passten haargenau“, erinnert sich Wolf lachend.

Natürlich hat auch der Autor selbst, wie das seit Hitchcock üblich ist, einen Cameo-Auftritt. Wo und wann, wird freilich noch nicht verraten. „Das war aber gar nicht so leicht, weil wir eine besonders emotionale oder besonders spannende Situation nicht dadurch zerstören wollten, dass ich plötzlich durchs Bild laufe und die Fans vor dem Fernseher sich lachend aus der Szene reißen lassen.“

Damit die Spannung gelingt, setzt Regisseur Sven Bohse („Ku’damm 56“) außerdem auf glänzende Schauspieler. Die eigensinnige Kripo-Hauptkommissarin verkörpert Christiane Paul, ihre Kollegen Weller und Rupert spielen Christian Erdmann und Barnaby Metschurat.

Weil seine Krimis bekanntlich als Reihe angelegt sind, hofft Wolf auf hohe Einschaltquoten am Samstag – damit die Serie auch im Fernsehen fortgeführt wird. „Im TV geht’s demokratisch zu. Insofern entscheiden die Zuschauer, ob weitergedreht wird“, sagt er. Der Dreh zu den nächsten Folgen, „Ostfriesenblut“ und „Ostfriesenangst“, ist im Falle eines Erfolgs jedenfalls bereits für Spätsommer/Herbst 2017 geplant. Ganz ohne Anwälte.

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