Frauensache

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Ein paar Herren dürfen mitmachen – vielleicht der lockeren Atmosphäre wegen: das Team von „Selma Ježková“. foto: hösl

Drei Premieren auf dem Festspiel-Nebengleis. Was vor einigen Jahren im „Pavillon 21“ Platz fand, jene Grenzen sprengende Produktionen, die sich vom großen Glamour unterschieden, das wird heuer auf zwei Spielstätten verteilt.

Drei Uraufführungen stemmt die Staatsoper auf ihrem Festspiel-Nebengleis, die erste heute in der Alten Kongresshalle auf der Theresienhöhe. „Selma Ježková“ ist eine neunzigminütige Oper des dänischen Komponisten Poul Ruders. Angelehnt an Lars von Triers Film „Dancer in the Dark“ wird von einer blinden Frau berichtet, die alles unternimmt, zuletzt auch ihr Leben riskiert, um dem Sohn ein ähnliches Schicksal zu ersparen.

Zweite Premiere dieser Reihe ist „Jephta’s Daughter“ am 7. Juli im Haus der Kunst. Die israelische Choreografin Sara Maar reflektiert mit Tänzern, Sängern und Musikern über den biblischen Heerführer, den ein Gelübde dazu zwingt, die eigene Tochter zu opfern. Ein klassischer Topos, der auch in Mozarts „Idomeneo“ Eingang fand. Die Münchner Produktion verarbeitet verschiedene musikalische Quellen, unter anderem das Jephta-Oratorium von Giacomo Carissimi (1605–1674).

Das Trio der Besonderheiten wird komplettiert von „Francesca da Rimini“, Premiere ist am 21. Juli ebenfalls im Haus der Kunst. Der Eineinhalbstünder hat weniger mit Rachmaninows Oper oder Tschaikowskys symphonischer Dichtung zu tun. Zwar spielt die Vorlage, die gleichnamige Figur in Dantes „Göttlicher Komödie“ eine Rolle, eine Frau, die wegen Ehebruchs von ihrem Mann ermordet wurde. Die deutsche Regisseurin Anna-Sophie Mahler hat sich allerdings auf ihre Weise mit der Hölle auseinander gesetzt. In Frauengefängnissen führte sie Gespräche mit Inhaftierten, deren Ängste und Konflikte, deren Gefühle, die sich gegen ein System richtet, das „nur“ Recht und Unrecht kennt, sollen hier beleuchtet werden. Die Musik dazu stammt von Stefan Wirth.  th

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