SONNTAGSKONZERT

Französische Ausgrabung

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„Das beste französische Orchester außerhalb Frankreichs“, lobt Dirigent Hervé Niquet das Münchner Rundfunkorchester, das er am Sonntag leiten wird. Foto: Felix Broede

Das Münchner Rundfunkorchester spielt Gounods letzte Oper „Le Tribut de Zamora“

von gabriele luster

Zum 200. Geburtstag von Charles Gounod lädt das Münchner Rundfunkorchester zu einer musikalischen Überraschung ein: „Le Tribut de Zamora“, die letzte Oper des Komponisten, steht auf dem Programm des Sonntagskonzertes im Prinzregententheater.

Gounod (1818-1893), hierzulande vor allem als Komponist des „Faust“ und von „Roméo et Juliette“ bekannt, hat ein reiches Œuvre mit viel Kirchenmusik und etlichen Opern hinterlassen. Schon 2015 half das Rundfunkorchester, seiner ebenfalls vergessenen Oper „Cinq Mars“ einen Erfolg zu bescheren. Gleiches wird nun für „Le Tribut de Zamora“ erhofft. Beste Voraussetzungen für die Reanimation der 1881 in Paris uraufgeführten Oper lieferte wie schon in den vergangenen Jahren die Fondation Palazetto Bru Zane. Deren in Venedig angesiedelte Forschungsstelle beschäftigt sich intensiv mit (vergessener) französischer Musik des 19. Jahrhunderts. Die seit drei Jahren gepflegte Kooperation der Stiftung mit dem Rundfunkorchester macht es möglich, auch große Opern von Saint-Saëns, Godard oder eben von Gounod zu neuem Leben zu erwecken. Dass das nicht einfach ist, bestätigten im Pressegespräch sowohl der französische Dirigent Hervé Niquet als auch Alexandre Dratwicki von der Stiftung. Es gilt, das spezielle französische Idiom der Sprache und der Musik zu treffen. Das war für die Musiker ein ordentliches Stück Arbeit, verrät Niquet, der nun strahlend verkündet: „Das Rundfunkorchester ist das beste französische Orchester außerhalb Frankreichs!“ Auch der BR-Chor und das achtköpfige, mit Unterstützung der Fondation international ausgewählte Solisten-Ensemble unter anderen mit Judith van Wanroij, Jennifer Holloway, Edgaras Montvidas und Tassis Christoyannis müssen sich ungewohnten Herausforderungen stellen. Einerseits sind große Stimmen gefragt, andererseits Leichtigkeit und Flexibilität in der Diktion. Muttersprachliche Lehrer, so Orchester-Managerin Veronika Weber, sind eine große Hilfe. Der BR-Chor, von Alexandre Dratwicki schon bei „Cinq Mars“ sprachlich betreut, hat die Lektionen nicht vergessen und begrüßte ihn mit rollendem „R“: Bon jourrrr.

Konzert

am Sonntag, 19 Uhr, im Prinzregententheater; Karten via Mail über service@br-ticket.de oder telefonisch 0800/ 59 00 594.

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