SECHS ROMANE KONKURRIEREN UM DEN DEUTSCHEN BUCHPREIS – WAS SIE EINT, IST DIE FABULIERLUST DER SCHRIFTSTELLER

Die Finalisten

  • schließen
  • Weitere
    schließen
Maxim Biller dpa

Von Thomas Maier. Reisen durch Raum und Zeit – das haben die Romane gemeinsam, die es ins Finale des Deutschen Buchpreises geschafft haben.

Alle sechs nominierten Autoren folgen nach Ansicht der Jury Spuren in die Vergangenheit oder in die mythischen Bereiche der Wirklichkeit. „Fabulierend, spekulierend, verspielt“, wie Jury-Sprecherin Christine Lötscher feststellt.

Chancen auf die Auszeichnung für den besten deutschsprachigen Roman des Jahres haben heuer María Cecilia Barbetta, Maxim Biller, Nino Haratischwili, Inger-Maria Mahlke, Susanne Röckel und Stephan Thome. Ihre Erzählwelten umfassen den gesamten Globus: Argentinien, China, Tschetschenien, Russland und Teneriffa. Der Sieger wird am 8. Oktober zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse gekürt. Schon jetzt steht fest, dass anders als in den Vorjahren innerdeutsche Befindlichkeiten oder die deutsche Vergangenheit keine Themen sind.

Barbettas „Nachtleuchten“ (S. Fischer) spielt 1974 in Buenos Aires kurz vor der Machtergreifung der Generäle. Stephan Thome hat „Gott der Barbaren“ (Suhrkamp) im China des 19. Jahrhunderts angesiedelt. Den Tschetschenien-Krieg hat die aus Georgien stammende Nino Haratischwili zum Thema gemacht. Die Hauptrollen in „Die Katze und der General“ (Frankfurter Verlagsanstalt) spielen ein russischer Oligarch und eine georgische Schauspielerin, die beide in Berlin leben. Wie berichtet, hat sich Maxim Biller in „Sechs Koffer“ (Kiepenheuer & Witsch) des Schicksals seines Großvaters angenommen, der 1960 in der Sowjetunion hingerichtet wurde. Inger-Maria Mahlke reist in „Archipel“ (Rowohlt) an ein Ende Europas – nach Teneriffa. Sie erzählt von einer Familie inmitten eines Jahrhunderts der Umbrüche. Susanne Röckels „Vogelgott“ (Jung und Jung) fällt etwas aus der Reihe der Finalisten: In dem von der angelsächsischen Fantasy-Literatur beeinflussten Schauerroman geht es um die Bewohner einer Bergregion, die im Bann eines bedrohlichen Geiers stehen.

Zurück zur Übersicht: Kultur & TV

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Kommentare