DIE GALERIE THOMAS ZEIGT „PAUL KLEE. MUSIK UND THEATER IN LEBEN UND WERK“

Ein Fanfarenstoß

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Ausstellung . Von Alexander Altmann.

Man darf sie ruhig als Paukenschlag bezeichnen, diese Ausstellung. Oder auch als Fanfarenstoß. Und das nicht nur, weil sie um das Thema Musik kreist. Sondern auch, weil die fulminante Paul-Klee-Präsentation in der Münchner Galerie Thomas eine richtig museale Themen-Schau geworden ist – mit hochkarätigen Leihgaben aus Museen und privaten Sammlungen sowie mit einem opulenten Katalogbuch. In beleuchteten Wandvitrinen werden die Bilder da bei gedämpftem Saal-Licht nicht ganz zu Unrecht wie Prunkstücke einer Schatzkammer präsentiert.

„Paul Klee. Musik und Theater in Leben und Werk“ heißt die Ausstellung, die, kuratiert von Christine Hopfgart, mit diesem Thema auch einen Meilenstein in der Klee-Forschung darstellt. Zudem bildet sie buchstäblich den Auftakt für den „Klee-Frühling“, eine sensationelle Kombination von drei Ausstellungen: In wenigen Tagen eröffnen auch das Franz-Marc-Museum in Kochel und die Pinakothek der Moderne große Klee-Schauen.

Als Musikersohn hat dieser Künstler von Kind an Geige gespielt, und sein Leben lang blieb er ein leidenschaftlicher Musikant: Zwei Stunden täglich übte Klee (1879–1940) auf seinem Instrument, und jeden Abend musizierte er gemeinsam mit seiner Frau, einer Pianistin. In München spielte er in zahlreichen Hausmusik-Zirkeln, außerdem war er ein besessener Opernbesucher, der sogar für eine Schweizer Zeitung Kritiken über die Münchner Aufführungen schrieb.

Zu sehen sind in der Galerie Thomas nicht nur Werke, die sich direkt auf Musik und Theater beziehen, weil sie etwa Sängerinnen darstellen oder Bühnenszenen. Vielmehr machen zahlreiche Bilder deutlich, wie musikalische und theatrale Strukturelemente Klees bildnerisches Formbewusstsein prägen: Eine Landschaft von 1920 bezieht ihre Wirkung tatsächlich aus der stark rhythmisierten Gestaltung der Gesamtkomposition, und der „Trompeten Tanz“ (1931) fasziniert durch die spannungsvolle Anmut, die im kraftvoll schnellenden, aber zugleich schwebenden Schwung der Linien steckt.

Was das Theater angeht, hatte der Künstler allerdings eher eine Vorliebe für die schrägeren und komischen Formen – bis hin zum Kasperltheater, das er auf der Auer Dult kennenlernte. Die Handpuppen, die er daraufhin für seinen Sohn anfertigte, sind im Original leider nicht erhalten, aber die Ausstellung zeigt einige Repliken dieser hübsch grotesken Figuren – effektvoll präsentiert auf einer kleinen Bühne samt gerafftem roten Vorhang.

In einer dieser Puppen mit schwarzem Bart und schwarzer Mütze hat sich Paul Klee – was sonst eher selten vorkam – sogar selbst porträtiert. Und so ist diese Schau in jeder Hinsicht ein großer Auftritt für einen großen Künstler.

Bis 12. Mai,

Mo.-Fr. 9–18 Uhr, Sa. 10–18 Uhr, So. 11–17 Uhr,

Türkenstraße 16; Telefon 089/ 29 000 888. Weitere Informationen, auch zum Begleitprogramm, gibt es online unter www.galerie-thomas.de

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