JAHRE NACH IHREM BÜHNENABSCHIED MELDEN SICH DIE KELLYS ZURÜCK – IN FLORIAN SILBEREISENS ARD-SHOW „SCHLAGERCOUNTDOWN“

Familientreffen

„Der Chor stand wie eine Eins“: Die Kelly Family habe nichts verlernt, versichert Angelo Kelly. Foto: dpa
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„Der Chor stand wie eine Eins“: Die Kelly Family habe nichts verlernt, versichert Angelo Kelly. Foto: dpa

Von Britta Schultejans. Es ist jetzt rund zwei Jahrzehnte her, dass eine Großfamilie mit langem, wallendem Haar Teenies reihenweise in Ohnmacht fallen ließ.

Wer sie nicht liebte, hasste sie. Mit über 20 Millionen verkauften Tonträgern zählt die Kelly Family, die ihre Karriere auf der Straße begann, in alten Bussen und auf einem Boot lebte, zu den erfolgreichsten irischen Bands aller Zeiten. Ihre Platte „Over the Hump“ gehört zu den meistverkauften Alben der der deutschen Musikgeschichte.

Nach ihrem Durchbruch im Jahr 1994 spielten die Kellys Konzerte vor bis zu 250 000 Fans – um das Jahr 2004 herum aber war Schluss damit. Nun gibt es eine große Wiedervereinigung – bei Florian Silbereisen im „Schlagercountdown“ an diesem Samstagabend ab 20.15 Uhr im Ersten (siehe auch Kasten). Auch ein neues Album ist seit diesem Freitag auf dem Markt. Maite und Paddy Kelly haben nicht mitgewirkt an „We got Love“ mit neu aufgenommenen, alten Songs, sie stehen auch nicht mit auf der Bühne bei drei großen Konzerten in Dortmund im Mai und einer Tour im kommenden Jahr, die die Truppe am 10. März auch nach München in die Olympiahalle führt.

Extremsportler Joey Kelly ist beim Comeback dabei – ebenso wie Angelo Kelly, der kleine Bub von damals, der glockenhell und mit Engelslocken einen der größten Kelly-Erfolge, „An Angel“, sang und die Fans damals zu Tränen rührte. Heute singt seine elfjährige Tochter Emma das Lied mit ihm, weil er seit seinem Stimmbruch die hohen Töne nicht mehr hinkriegt.

„Als wir das erste Mal zusammen in einem Kreis standen und zusammen gesungen haben, da war es so, als wäre nichts gewesen“, sagt der inzwischen 35 Jahre alte, fünffache Vater Angelo Kelly über das Comeback. „Der Chor stand nach 20 Jahren da wie eine Eins. Das ist einfach in der DNA drin.“ Die Kelly Family hat für das Album die wichtigsten Songs ihrer Bandgeschichte wie „I can’t help myself“ oder „Fell in Love with an Alien“ neu aufgenommen, auch wenn Vieles – wahrscheinlich zur Freude alter Fans – nahezu unverändert klingt.

Nur dort, wo sonst die Stimme von Leadsänger Paddy erklang, ist jetzt oft Angelo zu hören, der inzwischen eine erwachsene und mehr als brauchbare Stimme hat. Es sind aber auch fünf neuaufgenommene Lieder wie der Titelsong „We got Love“ dabei, die zwar auch den unverkennbaren Kelly-Sound haben – aber ein bisschen moderner klingen als die vor allem Nostalgie weckenden alten Titel. Heute müsse sich die Band beim Singen allerdings mehr Mühe geben, betont Angelo: „Ich singe nicht mehr wie mit zwölf, und wir sehen auch nicht mehr so knackig aus. Wir müssen heute besser singen, damit das nicht auffällt.“

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