Die ewige Assoluta

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Edita Gruberova, Prinzregententheater

Wenn die Primadonna assoluta Edita Gruberova einen Arienabend gibt, dann ist der Saal garantiert voll – vor allem mit eingefleischten Fans. Bereits vor dem ersten Ton applaudiert ihr das Publikum im Prinzregententheater minutenlang. Auf dem Programm ausschließlich Werke von Mozart, und dass die Gruberova diesen Komponisten noch wie früher interpretieren kann, verdankt sie einer Umstellung ihrer Technik vor sechs Jahren.

Völlig unangestrengt und erstaunlich jung klingt ihr Sopran, der immerhin mehr als 45 Bühnenjahre in den Stimmbändern hat. Das Pianissimo – eines der Markenzeichen von Edita Gruberova – in Donna Annas „Crudele... Non mi dir“ aus dem „Don Giovanni“ gelingt ihr dabei genauso perfekt und natürlich wie die Koloraturen in „Martern aller Arten“ aus der „Entführung aus dem Serail“. Ihre klare Höhe und eine perfekte Artikulation sind gepaart mit einer geistreichen, stets auf die Emotionen der jeweiligen Rolle bedachten Interpretation. Man muss den Hut ziehen vor dieser Ausnahmesängerin.

Aber auch das Münchener Kammerorchester unter der Leitung von Douglas Boyd legt eine reife Leistung hin, und das nicht nur bei der Begleitung der Arien und Rezitative. In den dazwischen erklingenden instrumentalen Werken zeigen sie einen frischen Mozart: Die Ouvertüren zu „Mitridate“, „Don Giovanni“ und „Così fan tutte“ sind sinnig und spannend musiziert, davon könnte sich manches Orchester in den Opernhäusern etwas abhören. Alle sind in Höchstform, ganz vorne mit dabei die Holzbläser, deren Soli so lupenrein wie auf einer CD sind. Nur ist es live eben noch mal besser.

Muss man erwähnen, dass es Standing Ovations gab? Edita Gruberova bedankte sich mit der (gleich zweimal gesungenen) wilden Arie der Elektra aus „Idomeneo“, in der sie eine ganz andere Farbe ihrer Stimme zeigte und vor allem eines: Ans Aufhören scheint sie noch lange nicht zu denken. anita svach

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