ARD UND ZDF WÜRDIGEN DEN PHILOSOPHEN UND GESELLSCHAFTSFORSCHER ZU SEINEM 200. GEBURTSTAG MIT ZWEI SEHENSWERTEN BEITRÄGEN

Erkennen Sie den echten Karl Marx?

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VOn Katja Kraft. Die Ähnlichkeit ist frappierend.

Kein Wunder, fühlt sich Schauspielgröße Mario Adorf (87, „Kir Royal“, „Der Schattenmann“, „Die Blechtrommel“) dem Gesellschaftstheoretiker Karl Marx doch nicht nur optisch sondern auch menschlich nahe. „Es gab eine Phase in meinem Leben, da war ich sehr beeindruckt von seinen Thesen, auch weil ich mich ausgebeutet fühlte“, sagte Adorf im Interview mit den VRM-Zeitungen über Karl Marx. An diesem Mittwoch darf er ihn nun spielen – ein langgehegter Wunsch. Dann zeigt das ZDF um 20.15 Uhr das Dokudrama „Karl Marx – der deutsche Prophet“ mit Adorf in der Titelrolle.

200 Jahre alt wäre Karl Marx (1818-1883) am kommenden Samstag, 5. Mai, geworden. Doch was wissen wir eigentlich über den Denker, Journalisten, Philosophen, Revolutionär und Visionär Persönliches? Davon erzählt der Film, der ganz auf Mario Adorf zugeschnitten ist. Spielszenen mit ihm und Dokumentarisches wechseln sich ab. Das sei zwar informativ, findet der Schauspieler, doch wünsche er sich, „dass noch ein reiner Spielfilm möglich ist“. Um diesen Mann, der nicht frei von großen Fehlern war, schauspielerisch noch intensiver zu hinterfragen.

Die Arbeiterwelt, in der sich Marx bewegte, ist Adorf nicht fremd. Um sein Studium zu finanzieren, arbeitete er in den Fünfziger-Jahren als Eisenflechter auf dem Bau – und fühlte sich wie ein „Lohnsklave“, erzählt er. „Ich stand in meiner Jugend links, ich kannte die Armut.“ So wäre er selbst fast zum Kommunisten geworden. Und freut sich heute, dass man Marx im öffentlichen Bewusstsein nicht mehr wegdrücke. „Man hat ihn zu lange ignoriert.“ Dass das vorbei ist, beweist auch die Dokumentation „Karl Marx und seine Erben“, die die ARD bereits an diesem Montag zeigt. Beginn ist um 20.15 Uhr.

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