„FALCO – DAS MUSICAL“ GASTIERTE IM CIRCUS KRONE

Die Erinnerung bleibt

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von tobias hell. Mit einem deutschsprachigen Song an die Spitze der US-Charts – das ist weder vor noch nach ihm einem Musiker gelungen.

Doch Falco hat sich keineswegs nur mit „Rock me Amadeus“ seinen Platz im Pophimmel erobert. Der 1957 als Hans Hölzel geborene Wiener war ein Gesamtkunstwerk und neben Hits immer wieder auch für einen medienwirksamen Skandal gut. Bis heute, fast 20 Jahre nach seinem Tod scheint die Faszination ungebrochen. Davon zeugten jetzt zwei ausverkaufte Vorstellungen im Münchner Circus Krone, wo die Generation 40plus bei „Falco – Das Musical“ irgendwo zwischen Hommage und Leichenfledderei in seliger Austro-Nostalgie schwelgen durfte.

Man erlebt Stationen aus Falcos Karriere, begleitet von Anekdoten seines Managers (nordisch trocken verkörpert von Andreas Berg), der ihn konsequent mit „Hans“ anspricht, um die Kunstfigur vom Menschen zu trennen. Als reines Tribute-Konzert würde die Sache womöglich funktionieren. Ist mit Thomas Rabitsch doch auch Falcos ehemaliger Bandleader im Boot, der ein Ohr auf den authentischen Sound hat. Gefährlich wird es aber, wenn die Autoren Alexander Kerbst und Stefanie Kock allzu platt in die Symbolkiste greifen. Da trifft Falco dann auf dem Opernball die unschuldsreine Jeanny (Nike Tiecke), darf mit ihrem verlorenen Schuh nach dem blonden Engel suchen und wird schließlich von der dunkelhaarigen Verführerin Ana Conda (Victoria Müller) zurück auf die schiefe Bahn gebracht.

Wenn Stefan Wessel, der sich die Titelrolle mit Kerbst teilt, gerade einmal nicht den dauerhaft zugedröhnten Clown spielen muss, überzeugt er beim „Best of Falco“-Marathon mit sicherer Stimme. Dennoch stellt sich ein ähnliches Gefühl ein, wie wenn Queen mit Adam Lambert auf Tour gehen. Oder wie es in der Show heißt: „Was bleibt, ist die Erinnerung an einen genialen Künstler.“ Mehr aber eben leider auch nicht.

Weitere Vorstellungen

am10. Juni, 15 und 20 Uhr; Telefon 089/ 54 81 81 81.

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