Der Elvis Europas

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Cliff Richard,. Münchner Olympiahalle.

Schon beim ersten Ton springen die Fans in den ersten Reihen auf. Am Ende stehen und strahlen sie alle. Cliff Richard mag ja ein Schnulzensänger und ein Lift-Boy sein. Okay. Aber er ist vor allem mit 250 Millionen verkauften Platten einer der erfolgreichsten Künstler Großbritanniens. Und er schafft es noch heute (73-jährig, charmant, gut in Form und bei Stimme), sein Publikum zu begeistern. Wie am Dienstag in der Olympiahalle, wenn auch nur 3300 Menschen kamen. „Er ist besser als ein Zwanzigjähriger“, schwärmt ein Opa in Reihe 14, Fan von Anfang an.

Es ist 20.20 Uhr, als Richard nach der erfrischenden Vorband The Overtones und nur kurzer Pause auf die Showtreppe springt: „Reelin’ And Rockin’“. Im Glitzerjacket. Sir Cliff, 1995 als erster Popstar zum Ritter geschlagen, tanzt, plaudert und hat sie alle dabei. Seine schönen Schnulzen. Filmmusiken und sogar Flops. Seinen Grand-Prix-Hit „Congratulations“, „Living Doll“ und natürlich „Rote Lippen soll man küssen“. Nicht sein einziges deutsches Lied an diesem Abend. Er versendet genauso „Schmetterlingsküsse“. Obwohl er sagt: „Mein Deutsch ist kaputt.“ Das hört man den Schmetterlingen an. Den Text muss er auf dem Notenpult ablesen. Egal.

Dazwischen immer wieder Rock’n’Roll. Der passt zu ihm. Ja, Cliff Richard ist der Elvis Europas. Sein erster Hit hieß 1958 „Move it“. Auf seinem 100.(!) Album kehrt er endlich zu seinen Wurzeln zurück, covert Songs seiner Helden Little Richard oder Chuck Berry. Auch den Hüftschwung hat er noch drauf. Die Fans wippen und tanzen mit, träumen zu seinen Balladen, halten große rote Papplippen hoch und überreichen Geschenke. Als ihr Star nach gut zwei Stunden seine meistverkaufte Single „We Don’t Talk Anymore“ anstimmt, gibt es kein Halten mehr. marco mach

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