„Einmalig zweiartig“

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„Schwesternterz“ im Münchner Theater Heppel & Ettlich. Anouschka Doinet betritt im funkelnd roten Kleid die Bühne – und muss sich nicht nur vom roten Vorhang abheben.

Nur wenige Augenblicke später erscheint Anina, die kleine Schwester, und versucht ihr glatt, im ersten Lied des Abends die Show zu stehlen. „Hörst du mal auf, mir immer nachzusingen?“, ruft die Ältere entnervt. „Das ist ’n Kanon!“, gibt Anina zurück.

Die Premiere des Musikkabaretts „Schwesternterz“ im Theater Heppel & Ettlich in München ist bestens besucht. Als ungleiches Geschwisterpaar stehen die Kabarettistinnen unter dem Namen „Die Fabulous Stereo Sisters“ da, führen durch ihr Programm, diskutieren über die Inszenierung, als wäre man eigentlich bei der Probe dabei: „Wollen wir das jetzt echt so machen?“ Geschwister, so erklären sie, seien einander Stütze und Stolperstein zugleich. Eineinhalb Stunden berichten sie von der längsten Beziehung ihres Lebens, Familienfesten und Streitereien – und ergänzen sich dabei perfekt.

Durch ihre kraftvolle Stimme kann Anouschka den Raum für sich einnehmen, sie klagt über die Leiden des Erstgeborenen und spielt überzeugend die genervte Aufpasserin, die der Jüngeren ständig die Welt erklären muss. Anina dagegen verkörpert mit ihrer Lockenmähne schon optisch den Wirbelwind. Frech und mit naiver Art sorgt sie für die Lacher und unterbricht ihre große Schwester ständig bei Erzählungen, um selbst die Pointe zu übernehmen.

Das Programm ist situationskomisch und vor allem authentisch. Und unterhaltsam ist sie, diese Hassliebe. „The more you love someone, the more you want to kill him“, singt Anouschka – je mehr du jemanden liebst, desto mehr willst du ihn umbringen. Vor allem Geschwister werden sich in diesem Bühnenprogramm wiederfinden. Einmalig einzigartig? „Nee, wir sind ja doppelt. Einmalig zweiartig!“, erklärt Anina geduldig. Julia Haller

Bis 29. November,

Feilitzschstraße 12.

Telefon: 089/ 38 88 78 20.

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