PERLEN IM PROGRAMM

„Ein Atem“

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Ein paar schwere Brocken hat sich Regisseur Christian Zübert in seinem beeindruckenden Drama „Ein Atem“ vorgenommen.

Die Krise in Griechenland treibt die junge Elena fort von zuhause, ins reiche Deutschland. Dort soll nun alles besser werden für sie. Dass sie auch noch schwanger ist, erleichtert die Jobsuche nicht. Zübert beobachtet Elenas Mühen so akribisch wie unbeteiligt.

Schließlich heuert die junge Griechin bei dem wohlhabenden Ehepaar Tessa und Jan an. Dort ist trotz niedlicher Tochter und schicker Wohnung auch nicht alles eitel Sonnenschein. Geld ist zwar in Hülle und Fülle vorhanden. Aber Tessas Mann würde seine Frau am liebsten vor dem heimischen Herd sehen und nicht in Businessklamotten auf dem Weg ins Büro. Zwischen den beiden Frauen mit ihren zum Scheitern verurteilten Träumen entwickelt sich ein zartes Verstehen, über alle Landes- und Standesgrenzen hinweg, vereint durch die stete Überforderung im Alltag, durch das permanente Reiben an den von Männern dominierten Lebensumständen. Bis eine Katastrophe alle Beteiligten in den Abgrund reißt. Ein Atem, eine Stimme, in der alle sprechen und einander verstehen – das bleibt eine Utopie.

Züberts Spielfilm besticht durch das einprägsame Spiel von Jördis Triebel als Tessa, aber besonders durch die großartige Arbeit von Kameramann The Chau Ngo. Dessen Bilder trösten einen sogar über das allzu melodramatisch geratene Ende hinweg.

Darsteller: Chara M. Giannatou, Jördis Triebel, Benjamin Sadler.

Regie: Christian Zübert.

Unser Fernsehtipp der Woche

Mittwoch, 25. April,

um 20.15 Uhr im Ersten

An dieser Stelle geben immer montags Mitarbeiter unserer Zeitung einen TV-, Radio- oder Streamingtipp der Woche – jenseits der bekannten Klassiker.

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