Ehrliche Sympathie und tiefer Respekt

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Der Förderverein Lenbachhaus verabschiedete den ausgeschiedenen Museumsdirektor Helmut Friedel mit einem Festakt und einem Geschenk Die große Verantwortung, „die ich gern getragen habe“, sei bereits weggerückt, als schaue man durch ein umgekehrtes Fernrohr, sagte Helmut Friedel beim Festakt zu seinem Abschied im Münchner Kunstbau.

Seit 1. Januar 2014 ist er in Pension und hat das Amt als Direktor des Lenbachhauses an Matthias Mühling übergeben.

In seiner Dankesrede an die Laudatoren, aber insbesondere an die Stadt als Träger des Museums sowie an den Förderverein Lenbachhaus, betonte Friedel die Bedeutung beider Größen für die Galerie. Gerade Letzterer helfe „in einer Zeit, in der die Freiheit durch einen Berg an Vorschriften eingeschränkt“ werde. Sein Dank galt seinen Mitarbeitern – und er bekannte: „Die großzügigsten Menschen sind die Künstler.“ Es folgte ein Treue-Appell an die Stadtpolitik und den Verein, der ja dieses Abschiedsfest veranstaltet hatte. Obendrein schenkte er „zu Ehren von Helmut Friedel“ München das Werk „both“ von Günther Uecker (wir berichteten) und füllte damit eine Sammlungslücke. Bevor die Zuneigung der Vereinsmitglieder, Museumskollegen aus nah und fern, Künstler, Galeristen und Kommunalpolitiker in Standing Ovations kulminierte, wurde sie noch in vier Laudationes ausgebreitet.

Mühling unterstrich, dass Friedel immer den Menschen im Blick gehabt hatte, ob Künstler, Besucher oder Mitarbeiter. Oberbürgermeister Christian Ude würdigte intensiv und bisweilen launig den Ex-Chef: „Sie sind mit dem Lenbachhaus so zusammengewachsen, dass manche ältere Münchner glauben, Sie seien der Malerfürst, der’s errichtet hat.“ Ude konstatierte aufrichtig, dass die heutige Weltgeltung des Lenbachhauses „zum großen Teil Ihr Werk“ ist. Ebenso aufrichtig sprach Wulf Herzogenrath, Ex-Kollege und nun Chef der Sektion Bildende Kunst der Akademie der Künste Berlin. Er hob vor allem jene Leistungen hervor, die seit den 80er-Jahren die Institution Museum erneuert hätten. Und Alexander Mettenheimer von den Förderern dankte für die Kunst-Begeisterung, die Helmut Friedel, der vor 20 Jahren den Verein initiiert hatte, den Mitgliedern vermittelt habe. Ehrliche Sympathie und tiefer Respekt sprach aus allen Lobreden – eine Form, die ja sonst gern verlogene Floskeln versprüht. Simone Dattenberger

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