Edward Snowden und die Unterstützung aus Deutschland

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Ihr Film „Das Salz der Erde“ blieb ohne Oscar: Wim Wenders (Mi.), Juliano Ribeiro Salgado (li.) und David Rosier. Foto: afp

Koproduzenten aus München, Hamburg und Berlin freuen sich über den Oscar für „Citizenfour“ – Wenders und Zimmer gehen leer aus. von Johanna Popp.

Moderator Neil Patrick Harris witzelte bei der Oscar-Verleihung etwas ungeschickt: Edward Snowden, Protagonist des Dokumentarfilms „Citizenfour“, könne leider nicht zur Verleihung kommen, wegen „some kind of treason“, irgendeines Verrats, ein Verweis auf die Sitte, sich mit „some kind of reason“ – aus irgendwelchen Gründen – zu entschuldigen. Regisseurin Laura Poitras, die den Oscar für „Citizenfour“ engegennahm, bedankte sich hingegen ausdrücklich bei dem berühmten NSA-Whistleblower. Seine Informationen „enthüllen nicht nur eine Bedrohung für unsere Privatsphäre, sondern für unsere Demokratie an sich“, sagte sie. „Ich danke dir, Edward Snowden, für deinen Mut.“ Der Film entstand mit deutscher Beteiligung: Die Berliner Produzenten Dirk Wilutzky und seine Frau Mathilde Bonnefoy wirkten ebenso mit wie der Norddeutsche und der Bayerische Rundfunk (BR). Dessen Intendant Ulrich Wilhelm sagte: „Wir sind sehr stolz, dass es dem BR frühzeitig gelungen ist, diesen besonderen Dokumentarfilm zu unterstützen.“ Wilutzky betonte die Bedeutung der deutschen Beteiligung für den investigativen Film: Es sei notwendig gewesen, die Dokumentation in Deutschland zu schneiden, „wegen der besonderen, günstigen Gesetzeslage in Deutschland, die Journalisten und Dokumentarfilme besser schützt, als es hier in den USA zum Beispiel der Fall ist“, sagte er am Rande der Oscar-Gala. Snowden selbst meldete sich aus dem russischen Exil zu Wort. „Ich hoffe, dass dieser Preis mehr Menschen dazu bewegen wird, den Film anzuschauen und sich von seiner Botschaft inspirieren zu lassen. Einfache Bürger können gemeinsam die Welt verändern“, schrieb der ehemalige Geheimdienst-Mitarbeiter.

„Citizenfour“, der nach wie vor in unseren Kinos läuft, war nicht der einzige Film mit deutscher Beteiligung: Das mit vier Oscars ausgezeichnete „Grand Budapest Hotel“ entstand etwa im sächsischen Görlitz und im Studio Babelsberg. Dessen Vorstand Christoph Fisser freute sich: Man habe „die Filmtradition und das Handwerk von Babelsberg auf hohem internationalen Niveau einbringen“ können.

Keine Trophäen gab es für den deutschen Regisseur Wim Wenders („Das Salz der Erde“), der zum dritten Mal für einen Oscar nominiert war. Auch Komponist Hans Zimmer, der die Musik zu „Interstellar“ beigesteuert hatte, ging leer aus.

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