MAGNOLIENBALL IM BAYERISCHEN HOF

Dreivierteltakt mit Trump

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Routinierter Auftritt: die Debütantinnen und Debütanten beim Magnolienball. Foto: Mike Gallus

66. Benefiz-Gala des Deutsch-Amerikanischen Frauenclubs .

Bodenlange weiße Ballkleider, funkelnder Schmuck, die Tanzpartner in elegante Smokings gekleidet. Der Einzug der Debütantinnen und Debütanten sorgte für ein völliges Verstummen der Tischgespräche im Festsaal. Nervös schien das die Paare nicht zu machen. Routiniert eröffneten sie den Ball mit ihrem Formationstanz, ganz so als wäre es nicht das erste Mal auf dem gesellschaftlichen (Tanz-)Parkett.

Zum 66. Mal veranstaltete der Deutsch-Amerikanische-Frauenclub-München im Hotel Bayerischer Hof den Magnolienball. Die traditionsreiche Benefiz-Gala stand dieses Jahr unter dem Motto „Bal Pare“, und lange ließen sich die zahlreich erschienenen Gäste nicht bitten, den Debüt-Paaren beim Walzer Gesellschaft zu leisten.

Unter den ersten auf dem Parkett waren auch in diesem Jahr Josef und Natalie Schmid. „Wir tanzen beide wahnsinnig gerne“, verriet Natalie Schmid. Lange bitten müsse man ihren Mann, den zweiten Münchner Bürgermeister, in der Regel nicht: „Natürlich ist man auch mal müde, aber auf der Tanzfläche verfliegt das sofort.“ Auch hätten durchtanzte Nächte einen weiteren angenehmen Nebeneffekt: „So kann man die Weihnachtspfunde ganz nebenbei abtrainieren“, meinte Schmid lachend.

Auch der Münchner Herzchirurg Bruno Reichart zeigte sich als begeisterter Tänzer. Und das, obwohl der 74-Jährige mit widrigen Umständen zu kämpfen hatte. „Gestern erst bin ich beim Schlittschuhfahren hingefallen“, erzählte Reichart. Eine „gescheite Prellung“ habe er sich bei dem Sturz zugezogen. Den Ball abzusagen kam für ihn trotzdem nicht in Frage: „Einen Herzchirurgen haut so schnell nichts um.“ Und so wirbelten er und Ehefrau Elke Reichart dann auch bald nach Balleröffnung im Dreivierteltakt übers Parkett, als wäre die Verletzung nie passiert. Ebenfalls gesichtet wurden Georg Eisenreich, Staatssekretär für Bildung und Kultus, FDP Stadträtin Gabriele Neff, und der Honorarkonsul für Pakistan, Pantelis Poetis.

An einem Abend, der die deutsch-amerikanische Freundschaft feierte, blieb ein Thema natürlich nicht aus: Immer wieder kam die Sprache auf US-Präsidenten Donald Trump. Gerade jetzt, da schienen sich die Gäste einig, seien Organisationen wie der Frauenclub wichtiger denn je. „In einer Zeit, in der nationalistische Töne überall lauter werden, ist es unsere Aufgabe, weiterhin Gespräche auf beiden Seiten des Atlantiks zu ermöglichen“, sagte Ulrike Kellner, Präsidentin des Deutsch-Amerikanischen-Frauenclubs, in ihrer Begrüßungsansprache. Auch die amerikanische Generalkonsulin Jennifer D. Gavito forderte Geduld für den Präsidenten, der sein Amt ja erst vor kurzem angetreten habe, meinte aber auch: „Wir müssen unsere Bemühungen von Mensch zu Mensch verdoppeln, besonders jetzt, wo viele Wetterberichte dunkle Wolken am Himmel aufziehen sehen.“

Unter diesem Motto wurden dann auch die Spendenchecks in Höhe von jeweils 10 000 Euro vergeben. Sie gingen an das Deutsch-Amerikanische Studentenaustausch- und Jugendprogramm und an die Organisation MiBiKids, die die Deutschkenntnisse von Kindern mit Migrationshintergrund verbessern möchte. Um Mitternacht konnten alle Gäste dann noch einmal beweisen, dass sie des Tanzens auch nach einer langen Ballnacht nicht müde geworden waren. Mit der traditionellen Münchner Francaise klang der Abend aus.

Annika Schall

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