ZDF NEO ZEIGT DIE SITCOM „TANKEN – MEHR ALS SUPER“ ÜBER EINE ABGELEGENE STATION UND IHR SCHRÄGES PERSONAL

Die Drei von der Zankstelle

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Frostiges Betriebsklima: Ludwig Trepte als Daniel, Stefan Haschke als Georg und Daniel Zillmann als Olaf (v. li.) in der Sitcom „Tanken – mehr als Super“, die heute um 22.45 Uhr bei ZDF Neo startet. Foto: ZDF

Neu im programm . Von martin Weber.

Schon seit Stunden sitzt der Mitarbeiter namens Waldemar regungslos auf seinem Stuhl und starrt Löcher in die Luft. Eigentlich nicht ungewöhnlich, denn den guten Waldemar (Matthias Wiebalck) zeichnet durchaus ein gewisser Hang zum Nichtstun aus. Doch irgendwann schöpft sein Kollege Daniel (Ludwig Trepte) dann doch Verdacht und fragt sich, ob Waldemar nicht vielleicht tot ist, friedlich verschieden an seinem Arbeitsplatz in Deutschlands einsamster Tankstelle weit draußen vor den Toren der Stadt.

Kein Grund zur Panik für den phlegmatischen Daniel, aber durchaus für den neuen Leiter der Nachtschicht, den Zwangsneurotiker Georg (Stefan Haschke). Der setzt eine Ereigniskette in Gang, die in der ersten Folge dieser ausgesprochen lustigen Sitcom den kompletten Mitarbeiterstab nebst diversen Kunden ins totale Chaos stürzt und schließlich sogar ein Sondereinsatzkommando der Polizei auf den Plan ruft. Die zwölfteilige Serie mit dem durchaus doppeldeutig gemeinten Titel „Tanken – mehr als Super“ läuft ab heute immer dienstags um 22.45 Uhr auf ZDF Neo und zeigt, dass auch deutsche Sitcoms schön schräg und richtig lustig sein können.

Hauptfigur der neuen Serie, die sich Autor Gernot Gricksch („Das Leben ist nichts für Feiglinge“) ausgedacht hat, ist zwar der größenwahnsinnige, superpenible und obsessive Filialleiter Georg, der die Nachtschicht unbedingt auf Vordermann bringen will. Der eigentliche Held aber ist der von Jungstar Ludwig Trepte („Unsere Mütter, unsere Väter“, „Ihr könnt euch niemals sicher sein“) gespielte Studienabbrecher Daniel, der sich an der Tanke nur ein paar Euro dazuverdienen will und den explosiven Ereignissen zunehmend fassungslos gegenübersteht. Komplettiert wird die Truppe von Kassierer Olaf (Daniel Zillmann), der nicht nur ein paar Pfund zu viel auf den Rippen, sondern meistens auch dicke Kopfhörer auf den Ohren hat.

Er ist unsterblich in seine Kollegin Jana (Christina Petersen) verliebt, die wiederum Georg ein Dorn im Auge ist, weil sie die begehrte Tagschicht leiten darf, aus der er nach einer Abmahnung rausgeflogen ist. Als er in der zweiten Episode der Sitcom glaubt, einem schlüpfrigen Geheimnis von Jana auf die Schliche gekommen zu sein, setzt Georg alle Hebel in Bewegung, die verhasste Konkurrentin zu entlarven – und macht sich dabei wieder mal nur selber zum Affen.

Die neue Sitcom, die Adaption eines isländischen Formats mit dem Titel „Nachtschicht“, lebt von Rasanz und Situationskomik, äußerst schrägen Figuren und witzigen Dialogen. Wenn sich etwa der bornierte Georg bei einer muslimischen Kundin mit geheuchelter Fürsorge danach erkundigt, ob ihr das Kopftuch nicht gewaltig die Sicht einschränke, antwortet die junge Frau ungerührt: „Nicht mehr als ihr Brett vor dem Kopf.“ Für den schnauzbärtigen Sprücheklopfer Georg unterscheiden sich die Menschen in „Angestellte“ und „Entscheider“, und er lässt keinen Zweifel daran, zu welcher Gruppe er sich selber zählt. Insofern erinnert er an einen anderen kleinen Chef aus einer anderen lustigen Serie – der von sich absolut überzeugte, aber völlig unfähige Abteilungsleiter Bernd Stromberg aus der Pro Sieben-Sitcom „Stromberg“ lässt grüßen.

Und wie in „Stromberg“ muss es nicht bei zwölf Folgen bleiben. „Gute Ideen haben wir noch reichlich“, wird der zuständige Redakteur Martin R. Neumann in der „Hörzu“ zitiert. Die Serie kann sich Neumann auch gut im Programm des Muttersenders ZDF vorstellen.

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