Die drei letzten Boys

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Bleiben sich treu: (v.l.) Howard Donald, Gary Barlow und Mark Owen. foto: dpa

Take That leidet an Personalschwund. Das einstige Quintett ist jetzt ein Trio, macht aber unbeirrt weiter und will mit „III“ an alte Erfolge anknüpfen.

neues Album

Take That leidet an Personalschwund. Das einstige Quintett ist jetzt ein Trio, macht aber unbeirrt weiter und will mit „III“ an alte Erfolge anknüpfen.

Von Teresa Dapp

Als Robbie Williams vor fast 20 Jahren bei Take That das Handtuch warf, war das für viele damalige Teenager weltweit ein Drama von kaum vorstellbarem Ausmaß. Kurz danach löste sich die britische Boygroup auf. Als Jason Orange im September bekanntgab, dass er die wieder vereinte Gruppe verlassen habe, ging das sehr viel leiser über die Bühne. Mark Owen, Gary Barlow und Howard Donald machen als Trio weiter. Morgen kommt ihr Album auf den Markt, das mit dem Schrumpfkurs offensiv umgeht: Es heißt schlicht „III“.

Das siebte Studioalbum von Take That ist eines, das drei erwachsene Männer eingesungen haben. Mit 42 Jahren ist Owen der jüngste, Donald mit 46 der älteste. Das dürfte einer der Gründe sein, warum Oranges (44) Abschied weniger dramatisch war als der von Williams (40) damals. Selbst das ehemalige Küken der Formation ist inzwischen zweifacher Vater und macht nicht mehr mit Partyexzessen, sondern mit Videos aus dem Kreißsaal Schlagzeilen.

Den zwölf neuen Liedern hört man das Erwachsensein allerdings nicht unbedingt an. Schlichte Akkordfolgen, Rhythmen und Texte machen die 45 Minuten leicht konsumier- und schnell mitsummbar, die Stimmen klingen fast so glatt wie Anfang der 90er Jahre – und an manchen Stellen ziemlich nachbearbeitet. So richtig im Ohr will dabei keines der Stücke bleiben.

Take That ist eine Marke, die noch nie von musikalischen Glanzleistungen gelebt hat – trotzdem laufen „Never Forget“, „Back For Good“ und „Relight My Fire“ bis heute auf Partys. Für die Tour 2015 haben sie wegen der Nachfrage schon Extra-Termine angekündigt. Ein Mega-Erfolg wie die „Progress“-Tour, die fast 2,5 Millionen Zuschauer sahen, ist aber unwahrscheinlich. Dass Take That acht Mal hintereinander das Londoner Wembley-Stadion füllen konnten, war wohl der zwischenzeitlichen Rückkehr von Robbie Williams zu verdanken.

Zurück zur Übersicht: Kultur & TV

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Kommentare