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„Dinky Sinky“

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Panikreaktion einer Mittdreißigerin: Obwohl es dafür überhaupt noch keinen Anlass gibt, schaut sich Frida (Katrin Röver) schon einmal Kinderwagen an. Foto: BR

Dieser Film trägt einen Titel, der so klingt, als bezeichne er eine lustige Kinderserie.

Aber von „lustig“ kann hier nicht die Rede sein, auch wenn „Dinky Sinky“ (2016) seine komischen Momente hat. Tatsächlich ist „Dinky“ ein von Autorin und Regisseurin Mareille Klein erdachtes Akronym, das hier für „Double Income, no Kids yet“ (Doppeltes Einkommen, noch keine Kinder) steht. Nicht zufällig sind darin die Erwartungen des Umfelds an solche Paare bereits implantiert. Nachwuchs ist doch nur noch eine Frage der Zeit, oder? Was aber, wenn es damit nicht klappen will?

Im Mittelpunkt von Kleins erstem abendfüllenden Spielfilm steht Lehrerin Frida (Katrin Röver), deren Kinderwunsch zur Obsession wird, nicht zuletzt, weil die Mittdreißigerin das Gefühl hat, dass die Gesellschaft das Muttersein von ihr erwartet. Darüber zerbricht schließlich ihre Beziehung mit Freund Tobias (Till Firit) – aus dem „Dinky“ wird ein „Sinky“ („Single Income, no Kids yet“).

Die Regisseurin nähert sich dem Thema mit großem Einfühlungsvermögen, gibt ihrem Werk aber auch Leichtigkeit und Humor, etwa wenn sie fast exemplarisch die Schrullen von Fridas Familie zeigt, das so unterschiedliche Rollenverständnis von Männern und Frauen. „Dinky Sinky“ erhielt mehrere Preise, unter anderem den Förderpreis Neues Deutsches Kino. Aufgrund der späten Sendezeit ist dieser Film wohl eher ein Fall für Recorder oder Mediathek.

Darsteller: Katrin Röver, Till Firit, Ulrike Willenbacher, Michael Wittenborn.

Buch und Regie: Mareille Klein.

Unser Fernsehtipp der Woche

ARD, Dienstag, 26. Juni, um 1.25 Uhr

An dieser Stelle geben immer montags Mitarbeiter unserer Zeitung einen TV-, Radio- oder Streamingtipp der Woche – jenseits der Klassiker.

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