Diese Ehe hält

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Ausgezeichnet: Der Chinese Hu Wei vor einer Szene seines Films „Butter Lamp“. fkn

Gewinnerfilme des Festivals „Kino der Kunst“ gekürt. Es ist ein charmantes Spiel, das Hu Wei da betreibt.

Eins mit Bildern, dem Selfie-Wahn, dem Abbilden von Realitäten in einer Zeit, in der jeder ein bisserl Ruhm erhaschen möchte, ein Stückchen Ewigkeit. Durch ein Foto, hinausgeschickt in die Welt, das sagen soll: Ich war da.

Der chinesische Künstler hat Familien tibetanischer Nomaden dabei gefilmt, wie sie sich im Fotostudio porträtieren lassen. Der Clou: vor wechselnden Hintergründen; da wird einfach eine andere Leinwand aufgezogen, schon stehen sie vorm Platz des Himmlischen Friedens. Ob sie wirklich dort waren, ist für den Betrachter der fertigen Fotos nicht mehr auszumachen. Und vielleicht auch gar nicht wichtig?

„Butter Lamp“ ist sein Film überschrieben, mit dem der Chinese nun den Hauptpreis beim Festival „Kino der Kunst“ gewonnen hat. Am Sonntag wurden er und der Franzose Pierre Huyghe ausgezeichnet. Letzterer für seinen Film „Untitled (Human Mask)“, ein Stück über Japan nach der Katastrophe von Fukushima. Beide Preise sind mit je 10 000 Euro dotiert.

Den ebenfalls mit 10 000 Euro dotierten Preis für das filmische Gesamtwerk erhielt der amerikanische Medienkunstpionier Cory Arcangel. Der Publikumspreis ging an Phil Collins; nicht den Pop-Sänger, sondern den in Berlin lebenden Künstler, der mit „Tomorrow is always too long“ eine hinreißende Liebeserklärung an die Stadt Glasgow auf die Leinwand gebracht hat.

Die Gewinnerfilme verdeutlichen die Themenvielfalt des Festivals. „München ist für einige Tage zum internationalen Treffpunkt von Künstlern, Kuratoren und Publikum geworden, zur Hauptstadt des narrativen Künstlerfilms“, schwärmte Kultusminister Ludwig Spaenle. Tatsächlich zog es etliche Film- und Kunstfreunde in die Museen und Galerien. Die genauen Gäste-Zahlen gibt es noch nicht.

Eins aber ist schon jetzt klar: Die Sorge von Festivalleiter Heinz Peter Schwerfel, eine Wiederholung nach dem Erfolg 2014 wäre – Stichwort Erwartungsdruck! – wie das verflixte 7. Jahr in einer Beziehung, war unberechtigt. Diese Ehe hält. katja kraft

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