„Die Reihe ist ein Knüller für mich“

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Hinnerk Schönemann über seinen ZDF-Privatdetektiv Finn Zehender, harmlose Vögel und Schildkröten. Im Kölner „Tatort“ spielte er den Killer, der Assistentin Franziska erwürgte.

Doch normalerweise ist Hinnerk Schönemann auf harmlose Vögel abonniert. So wie auf den verspulten ZDF-Privatdetektiv Finn Zehender. Das ZDF zeigt heute ab 20.15 Uhr mit „Mord in Aschberg“ den vierten Teil – in den Provinzkrimis geht der 39-Jährige als amateurhafter Privatermittler an der Ostseeküste auf Gaunerjagd. Hinnerk Schönemann stammt aus Rostock und lebt mit Frau und Sohn auf einem Bauernhof in Mecklenburg-Vorpommern.

-Kratzt das nicht am Ego, wenn man dauernd als leicht unterbelichteter Typ besetzt wird?

Im Gegenteil. Oft sind die Rollen gar nicht so angelegt, sondern ich gebe ihnen diese Note mit Absicht. Figuren wirken menschlicher, wenn sie einen Knall haben.

-Mussten Sie sich die Figur des Finn Zehenders auch hinbiegen?

Bei Finn Zehender ist es was anderes, der Autor kennt mich und hat die Figur auf mich zugeschrieben. Er weiß aber auch, dass ich gerne improvisiere: Ich tue immer noch ein bisschen was dazu. Das ist das Größte für einen Schauspieler, wenn er Verantwortung für seine Figur hat, etwas ausprobieren darf – die Reihe ist ein echter Knüller für mich.

-Sind Zehenders lustige Sprüche wie „Die Salzstange ist das Baguette des kleinen Mannes“ auf Ihrem Mist gewachsen?

Diesen Spruch hatte ich schon vorher irgendwo aufgeschnappt. Ich höre immer Hörspiele zum Einschlafen, vielleicht war es bei dieser Gelegenheit. Dann kam er mir beim Drehen spontan in den Sinn, ich habe ihn vorgeschlagen, und die Leute am Set haben sich erst mal kaputtgelacht.

-Superbullen wie Til Schweigers „Tatort“-Kommissar Nick Tschiller sind wohl nicht Ihr Ding?

Die haben alle ihre Berechtigung. Ich kann nicht sagen, dass ich das doof finde. Ich finde es doof, wenn die Ermittler gelangweilt wirken oder ernsthaft fragen: „Wo waren Sie um 20 Uhr?“ Das hasse ich wie die Pest.

-Die Finn-Zehender-Fälle spielen in der norddeutschen Provinz. Das dürfte Ihnen als Landei entgegenkommen...

Das kommt mir absolut entgegen. Ich habe manchmal das Gefühl, dass ich zwei Leben habe. Das Drehleben und das Landleben – wir leben in einem Dorf mit 50 Einwohnern, und ich fahre oft einsam mit meinem Trecker über den Acker.

-Was für Tiere haben Sie denn?

Das wechselt, weil wir manchmal ein Tier aufnehmen, dem es nicht so gut geht, und dann abgeben, wenn wir es in gute Hände weitervermitteln konnten – darauf haben wir uns spezialisiert. Eigentlich hatte ich als beruflichen Werdegang ja was mit Reptilien, Fischen, Schildkröten und so vor, ich habe gezüchtet und verkauft, wollte einen Zooladen eröffnen.

-Schildkröten züchten Sie keine mehr?

Nein, ich bin eines Morgens aufgewacht und habe gemerkt, dass mir wohler ist, wenn ich keine Reptilien halte, die in unseren Breitengraden nichts verloren haben – das ist einfach unnatürlich.

-Stimmt es, dass Sie ein Autoliebhaber sind?

Ich fahre gerne, ich liebe Autos, aber ich finde es nicht richtig, fossile Brennstoffe zu vergeuden. Deshalb finde ich Elektroautos gut, Hybrid-Fahrzeuge und Biogas.

-Als Finn Zehender fahren Sie bisweilen auch mal einen Wagen zu Schrott…

Es sind Autos mit Macken, die kann man schrotten. Finns Wagen ist ein Auto aus meinem Fuhrpark, der ist ein Leben lang bei uns in der Familie. Irgendwann mal habe ich ihn der Produktion als Finn-Wagen angeboten, und seitdem wird er genommen. Aber der wird natürlich auf keinen Fall geschrottet.

Das Gespräch führte

Cornelia Wystrichowski.

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