„Der Spieltrieb ist ungebrochen“

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Das Abschiedsgerede nervt ihn: Fernsehmacher Frank Elstner (73) denkt noch nicht ans Aufhören. Foto: dpa

Showmaster . Frank Elstner gibt „Menschen der Woche“ auf, mit dem Fernsehen Schluss machen will er aber noch lange nicht.

Von Anika von Greve

Es geht keine Ära zu Ende, bitte kein Drama – Frank Elstner moderiert an diesem Samstag um 21.50 Uhr nach rund 15 Jahren und geschätzten 600 Folgen seine letzte Ausgabe der Samstagstalkshow „Menschen der Woche“ im SWR Fernsehen. Von Abschied könne keine Rede sein, sagt der 73-Jährige, der nun „nur noch“ zwei Sendungen hat, darunter „Die große Show der Naturwunder“ im Ersten.

„Ich hätte gerne weitergemacht, aber man muss einem Sender auch erlauben, dass er sich Gedanken über seine Zukunft macht und nicht über die Zukunft eines 73-Jährigen“, sagt Elstner. Er wirkt abgeklärt. Es ist ja auch nicht der erste Mal, dass vom „Wetten, dass...?“-Erfinder moderierte langjährige Formate auslaufen. „,Jeopardy‘ habe ich bestimmt 800 Mal moderiert“, sagt er. „Man hört immer mal wieder mit etwas auf und fängt immer mal wieder etwas Neues an.“ Jetzt will er ein bisschen Zeit für sich. Freut sich auf ein paar Monate Nichtstun, auf viele freie Wochenenden, auf Reisen und darauf, endlich mal Bücher nicht nur quer, sondern richtig zu lesen.

Seit mehr als einem halben Jahrhundert ist Elstner im Geschäft, war Radiomoderator und Schauspieler, talkt, entwickelt, produziert. Er hat „Wetten, dass...?“, die erfolgreichste Show des deutschen Fernsehens, nicht nur erfunden, sondern zwischen 1981 und 1987 auch moderiert, ebenso manch andere große Show wie die „Montagsmaler“, „Spiel ohne Grenzen“, „Verstehen Sie Spaß?“. Für „Elstners Reisen“ will er weiterhin zweimal im Jahr unterwegs sein: „Der Spieltrieb ist ungebrochen.“

Kerkeling, Schmidt und Raab hören auf oder machen Pause – wird Elstner denn gar nicht müde? Keinesfalls, sagt er, vielleicht teile er sich nur seine Zeit besser ein. Und überhaupt nervt ihn das ganze Abschiedsgerede. „Ich trete nicht zurück, sondern ich mache weniger“, sagt er. „Und ich schließe nicht aus, dass ich im nächsten Jahr eine tolle Idee habe und mit etwas ganz anderem weitermache.“

Urgestein oder Dino – mit über 70 müsse man sich mit solchen Bezeichnungen anfreunden, sagt er. Er nehme das eher als Kompliment. Er punkte eben nicht mit Jugend, sondern mit einem anderen, unschätzbaren Vorteil: „Ich habe sehr viel Erfahrung.“

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