„Der Baum war für mich das Wichtigste“

Lässt Weihnachten auf sich zukommen: Schauspielerin Gaby Dohm. Foto: dpa
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Lässt Weihnachten auf sich zukommen: Schauspielerin Gaby Dohm. Foto: dpa

Interview . Schauspielerin Gaby Dohm über ihren neuen ARD-Film „Alle unter einer Tanne“ und ihr Verhältnis zu Weihnachten.

Fest der Lüge statt Fest der Liebe – um vor ihren erwachsenen Kindern zu verbergen, dass sie längst geschieden sind, machen Elli und ihr Ex-Mann Robert jedes Jahr an Weihnachten auf heile Welt. Auch diesmal setzen sie alles daran, den schönen Schein einer intakten Ehe zu wahren, doch das gestaltet sich schwierig – zumal auch die angereiste Verwandtschaft nicht mit offenen Karten spielt. Gaby Dohm spielt die weibliche Hauptrolle in der Komödie „Alle unter einer Tanne“ von Oliver Schmitz, die das Erste heute um 20.15 Uhr zeigt. In weiteren Rollen sind Michael Gwisdek, Johanna Gastdorf und Susanna Simon zu sehen. Dohm, Tochter des Schauspielerpaares Heli Finkenzeller und Will Dohm, gehörte viele Jahre zum Ensemble des Münchner Residenzheaters und hat schon in zahlreichen Filmen und Serien mitgespielt. Berühmt wurde sie in den Achtzigerjahren als Schwester Christa in der „Schwarzwaldklinik“ (ZDF), später war sie unter anderem als Polizeipsychologin im BR-„Polizeiruf“ zu sehen. Seit 2012 spielt sie die Mutter Oberin in „Um Himmels Willen“. Vor kurzem hat sie jedoch bekanntgegeben, dass sie aus der ARD-Serie aussteigen wird.

-Sie spielen eine Karrierefrau im Weihnachtsstress. Hatten Sie viel Spaß beim Drehen?

O ja, das war sehr lustig. Allerdings beruht eine Komödie ja im Wesentlichen auf Genauigkeit, da muss jeder Satz sitzen. Von daher war’s auch anstrengend. Dazu kam, dass wir nicht in kleinen Häppchen gedreht haben, sondern oft drei Szenen gleich hintereinander, damit das Ganze einen Fluss bekommt. Wir haben das fast wie eine Theateraufführung aufgenommen, und es war natürlich spannend, ob das bei den vielen Schauspielern auch immer gelingt.

-In diesem Film wird gelogen und geheuchelt, dass sich die Balken biegen. Ist Weihnachten das ideale Ereignis für Lug und Trug?

Klar, das Fest bietet sich dafür an, weil der Wunsch da besonders groß ist, dass alles harmonisch abläuft. Alle wollen sich zusammenreißen – und genau das führt dann oft zu einem falschen Ton und manchmal eben auch zu Spannungen, die sich dann entladen.

-Haben Sie solche Erfahrungen auch schon selbst gemacht?

Nee, ich habe immer versucht, genau das zu vermeiden und auch schon die ein oder andere Weihnachtseinladung ausgeschlagen. Verstehen Sie mich nicht falsch, ich halte Weihnachten für ein wunderschönes Familienfest, aber man muss das ja nicht jedes Jahr auf die genau gleiche Art und Weise zelebrieren.

-Wie feiern Sie dieses Jahr?

Das weiß ich noch nicht. Ich habe diesbezüglich schon lange keine großen Ambitionen mehr. Wenn ich eingeladen werde, dann freue ich mich, oder ich sage ab, ich lasse das auf mich zukommen.

-Was war für Sie als Kind an Weihnachten das Tollste?

Der Christbaum. Viele Leute schmücken den heutzutage ja bereits Tage vorher, und die Kinder sehen ihn dann vor dem eigentlichen Fest und laufen die ganze Zeit drum herum. Das finde ich schade. Für mich war es immer das Tollste, dass man am Heiligen Abend im Kinderzimmer wartete, und dann ging irgendwann die Tür auf und man sah diesen schön geschmückten Baum. Der war für mich als Kind und später auch als Mutter immer das Wichtigste – mit echten Kerzen, wohlgemerkt.

-Im Film eskaliert das Fest, schließlich brennt sogar buchstäblich der Baum. Haben Sie selber auch schon mal eine derartige Weihnachtskatastrophe erlebt?

So wie im Film nicht, aber mir wäre beinahe einmal ein gerade geschmückter Baum umgefallen, das war in meiner Anfangszeit in München. Ich hatte ihn mit Nüssen, Äpfeln und Springerle geschmückt, und wenn der Baum umgekippt wäre, wären die alle hin gewesen. Ich hielt den Baum fest, und meine Freundin fragte Leute unten auf der Straße, ob sie uns nicht helfen könnten, ihn wieder aufzurichten und im Ständer festzuklemmen. Da kamen dann auch welche, wir haben das hingekriegt und noch ganz schön einen gepichelt mit denen. Das war ganz lustig, fast schon ein Stoff für einen Weihnachtsfilm.

-Wie wurde eigentlich früher in der „Schwarzwaldklinik“ Weihnachten gefeiert?

Gar nicht. Wir sind immer alle nach Hause gefahren und waren froh, dass wir eine Pause hatten. (Lacht.)

Das Gespräch führte Martin Weber.

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