„Das direkteste Feedback, das es je gab“

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Show . Trotz der Pannen beim ARD-„Quizduell“ startet Pro Sieben heute das interaktive Format „Keep Your Light Shining“.

Von Thomas Bremser

„Das Internet ist für uns alle Neuland“. Mit diesem Satz sorgte Bundeskanzlerin Angela Merkel vor Monaten unfreiwillig für Lacher. Mittlerweile verkauft die Produktionsfirma von Jörg Pilawa T-Shirts mit diesem Spruch. Der Moderator nimmt den Fehlstart seiner neuen interaktiven Rateshow „Quizduell“ (wir berichteten) äußerlich mit Humor. Der Privatsender Pro Sieben lässt sich von den Problemen bei der öffentlich-rechtlichen Konkurrenz nicht aus der Ruhe bringen. Heute um 20.15 Uhr startet planmäßig ein ähnliches Format, die Musikshow „Keep Your Light Shining“.

Die deutschen Fernsehmacher stellen sich seit Monaten die Frage, wie sie die so beliebten Smartphone-Apps in ihre Shows einbinden können. Den Anfang machte vergangene Woche also die ARD. Mit der „Quizduell“-App sollten Nutzer live gegen Kandidaten im Studio spielen können. Daraus wurde aber nichts, technische Probleme machten die interaktive Live-Sendung mehr als eine Woche lang zur Pannenshow. Erst gestern funktionierte alles wie geplant.

Pro Sieben glaubt fest daran, dass es bei ihnen von Anfang an besser laufen wird. Unabhängig vom „Quizduell“ arbeite man seit Monaten an der Voting-Plattform und teste die Anwendung in den verschiedensten Szenarien und unter verschiedensten Voraussetzungen, erklärt ein Sendersprecher. Man habe, ähnlich wie die ARD-Show, einen Plan B in der Tasche, falls die Systeme tatsächlich streiken sollten. Jörg Pilawa hatte statt der App-Nutzer einfach das Studiopublikum spielen lassen.

Das Konzept von „Keep Your Light Shining“ sieht vor, dass die Zuschauer innerhalb von 30 Sekunden entscheiden, ob sie ein Gesangstalent in der nächsten Runde sehen wollen oder nicht. Dazu sollen sie via App oder am Computer auf den „Gefällt mir“- oder „Gefällt mir nicht“-Button drücken. Die neun Kandidaten, über die die Zuschauer abstimmen, stellen sich in einem Kölner Studio im Kreis auf. Wer im Scheinwerferlicht steht, ist an der Reihe und muss die Zuhörer zu Hause unmittelbar überzeugen.

„Ich glaube, der Zuschauer wird sehr, sehr schnell merken, ob ihn ein Sänger begeistert oder nicht. Dementsprechend fällt dann auch das Voting aus“, sagt Moderatorin Annica Hansen. „Die Talente bekommen das direkteste Feedback, das es je im Fernsehen gab“, schwärmt man beim Münchner Privatsender. In den drei geplanten Shows beurteilen außerdem zwei Musikexperten die Auftritte, in der ersten Sendung Frida-Gold-Frontfrau Alina Süggeler und Sänger Ricky Martin, („Livin’ La Vida Loca“) der kurzfristig für den erkrankten Gary Barlow eingesprungen ist. Die prominenten Musiker haben aber keinen Einfluss auf das Voting und den Gewinner, der mit 50 000 Euro Preisgeld nach Hause geht.

Die interaktive Musik-Show sei eine Weltpremiere, sagt Pro Sieben. Der Sender RTL hatte sich bereits im Oktober vergangenen Jahres die Rechte an dem nahezu identischen israelischen Format „Rising Star“ gesichert. Die Kölner Fernsehmacher werden wohl sehr genau beobachten, ob eine Live-Sendung mit dem Voting via App funktionieren kann – oder ob das Internet auch fürs Privatfernsehen noch Neuland ist...

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