DAS SYMPHONIEORCHESTER DES BAYERISCHEN RUNDFUNKS PRÄSENTIERT SEINE NÄCHSTE SAISON

Mit dem Chef ins Hotel?

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von markus Thiel. Den letzten Echo gab es 2013, für die Einspielung von Mahlers Neunter unter Bernard Haitink.

Doch den umstrittenen Preis aus Protest zurückgeben? Auch beim Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks sei dies diskutiert worden, sagte Ensemble-Manager Nikolaus Pont auf der gestrigen Präsentation der neuen Saison. Und das Ergebnis: Man gebe keinen Echo zurück, werde künftig aber keinen mehr annehmen. Zudem wurde der Preis aus den Texten zur Orchesterbiografie gestrichen. Auch weil, das wurde in den Einlassungen der Orchestervertreter deutlich, der Echo als Kommerz-unternehmung gar nicht so ernstgenommen wird. Über Auszeichnungen wie den BBC Classical Award, den es kürzlich für Mahlers Dritte gab, freue man sich viel mehr. Auch hier stand übrigens Haitink am Pult – der Grandseigneur ist selbstverständlich in der Saison 2018/ 19 wieder dabei: Kurz vor seinem 90. Geburtstag dirigiert er beim BR Beethovens Neunte.

Zu den Dauergästen wie Haitink, Sir John Eliot Gardiner, Herbert Blomstedt oder Franz Welser-Möst gesellen sich Debütanten wie Barockspezialist Masaaki Suzuki (mit Mendelssohn Bartholdys „Paulus“), Jakub Hrůša und François-Xaver Roth. Violinist Leonidas Kavakos ist Artist in Residence und darf auch dirigieren. Ein Höhepunkt ist eine konzertante „Walküre“ mit Sir Simon Rattle und Michael Volle (Wotan). „Klassik am Odeonsplatz“ wird von Alan Gilbert übernommen (Infos zur Saison unter www.br-so.de).

Mit acht Programmen ist Chefdirigent Mariss Jansons in München zu erleben. Bruckners f-Moll-Messe ist darunter, die „Orgelsymphonie“ von Saint-Saëns’ und, das ist neu, ein Silvesterkonzert. Es gibt eine ausgedehnte Asien-Tournee mit mehr Terminen in Taiwan als sonst. Vor allem aber feiert man den 70. Geburtstag des BR-Symphonieorchesters. Hierzu wird unter anderem am 29. Juni ein Tag der offenen Tür im Werksviertel veranstaltet, dem Standort des künftigen Konzerthauses.

Jansons selbst glaubt nicht, dass er als Chef den Saal einweihen wird – sein Vertrag gilt vorerst bis 2021. „Viel interessanter und viel intensiver“ würden die Konzerte in dieser neuen Heimat, verspricht er. Besonders aber erwartet sich der 75-Jährige neue Publikumsschichten. Die werden derzeit mit ungewöhnlichen Aktionen umworben: Unter Neu-Abonnenten und besonders treuen Kunden wurden zwei Hauskonzerte verlost. Mitglieder der BR-Symphoniker musizieren im Wohnzimmer – was Jansons zu einem spontanen Vorschlag hinriss: „Wir können das auch bei mir im Hotel machen.“

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