Carmen-Tanz

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Kremerata Baltica,. Münchner Herkulessaal.

Gidon Kremer ist immer für eine Überraschung gut. Bei seinem jüngsten Auftritt mit seiner Kremerata Baltica im dicht besetzten Herkulessaal brachte er gleich zwei: Zunächst faszinierte er als furioser Solist in Leonard Bernsteins Serenade nach Platons „Symposion“, in der die Violine fast permanent „redet“, sich in vielen Nuancen, mal elegant, mal keck und witzig, mal rhythmisch gehetzt und stets sehr lebendig äußert.

Danach spielte er als „Hommage an die vielen unschuldigen Opfer in der Ukraine“ Lubǒs Fišers „Crux“ mit schmerzlicher Intensität. Eine große und eindeutige Geste des aus Litauen stammenden Weltstars. Seine baltischen Landsleute an den Streichinstrumenten (vor allem die Solo-Cellistin), die so aktiven Schlagzeuger und die junge litauische Dirigentin Mirga Grǎzinytè-Tyla waren ihm ideale (Gesprächs-)Partner. Kremer blieb mit makellosem, ausdrucksvollem Ton stets präsent in den vielgestaltigen, zuweilen turbulenten und zuletzt leicht jazzigen Dialogen über die Liebe.

Drumherum operte es: Mirga Grǎzinytè-Tyla sorgte zu Beginn für eine in Dynamik und Rhythmus gestochen scharf artikulierte Ouvertüre zu Wolfgang Amadeus Mozarts „Entführung aus dem Serail“ mit heftigem Janitscharentumult und ließ zuletzt Georges Bizets „Carmen“ tanzen. Rodion Schtschedrin, der in München und Moskau lebende Komponist, verwandelte die Zigeunerin für seine Suite 1967 in eine Ballerina. Dafür hüllte er Bizets Hits geschickt und geschmackssicher in neue klangliche Kleider, denen das bunte Schlagwerk Raffinesse und Witz verpasst. Das Publikum feierte Interpreten und Komponisten ausgiebig. gabriele luster

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