BEI IHREM AUFTRITT WÄHREND DES DFB-POKALFINALES WURDE SCHLAGERSÄNGERIN HELENE FISCHER HEMMUNGSLOS AUSGEPFIFFEN

Vom Buhen ganz atemlos

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Helene Fischer legte sich ins Zeug – das bewahrte sie aber nicht vor Buhrufen und einem Pfeifkonzert während ihres Auftritts beim DFB-Pokalfinale in Berlin. In den Sozialen Netzwerken wurde das misslungene Pausen-Konzert mit Häme kommentiert. Fotos: dpa

von Florian Lütticke und katja Kraft. Die ARD regelte bei der Übertragung die Außenmikrofone herunter – doch auch das konnte am Samstagabend nicht vertuschen, wie das Publikum auf Helene Fischers Pausenkonzert beim DFB-Pokalfinale reagierte.

Ein gellendes Pfeifkonzert, minutenlang. Die Schlagersängerin trat vor der zweiten Hälfte im Berliner Olympiastadion auf. Schon vor dem Spiel hatte es Kritik der Fans gegeben. „Das hat beim Pokalfinale nichts zu suchen“, sagte Eintracht Frankfurts Sportdirektor Fredi Bobic. Warum? „Weil wir Fußball spielen, und die wahren Fans des Fußballs haben in der Halbzeitpause keine Lust darauf.“

So waren die Pfiffe und Schmäh-Wechselgesänge der Eintracht- und Borussia-Fans vor allem ein lautstarkes Signal an den Deutschen Fußball-Bund (DFB). Klare Botschaft gegen die immer stärker um sich greifende Kommerzialisierung im Sportbereich.

In den Sozialen Netzwerken gab’s während der Übertragung die Pfiffe in geschriebener Form. „Amerikanische Verhältnisse. Es zählt nur noch die Show. Der Fan ist höchstens Kulisse“, schreibt ein Twitter-Nutzer. Ein anderer fragt: „Was hat die Dame bei einem Fußballspiel zu suchen? Reine Promotion für die neue CD. Der Schlager-Kram passt nicht zum Fußball. Falsches Genre.“ Doch es gibt auch Zuspruch für die 32-Jährige. „Bin zwar kein Helene-Fischer-Fan, aber sie hat zumindest Respekt verdient. Fußballfans können manchmal verdammt kindisch und primitiv sein“, nimmt ein Twitter-Nutzer die Sängerin in Schutz. Sie habe nur ihren Job gemacht, man solle sich lieber bei den Organisatoren beklagen. Der DFB reagierte denn auch auf die Kritik. „Wir analysieren nach jedem Pokalfinale die Abläufe, das werden wir auch in diesem Jahr tun. Danach entscheiden wir, was wir beibehalten oder verändern“, teilte der Fußballbund gestern mit.

Die sonst so erfolgsverwöhnte Schlagersängerin selbst nahm es professionell. „Danke Berlin! Viel Spaß mit der zweiten Halbzeit“ rief sie, tapfer lächelnd, in die vor Buhrufen dröhnende Arena.

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