JOHN MAYALL BEGEISTERTE IN DER MÜNCHNER MUFFATHALLE

Blues ohne Gimmicks

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Es ist im Grunde ganz einfach: Für ein gutes Konzert braucht man eigentlich nur eine dynamische Rhythmussektion und – John Mayall.

In der fast ausverkauften Münchner Muffathalle präsentiert sich ein sehr aufgeräumter Mayall, der kleine technische Pannen oder die Frage des Bassisten nach der Tonart des nächsten Liedes charmant in die Show einbaut.

Mayall, mittlerweile auch schon 83, hat sichtbar immer noch große Freude an seinem Beruf und auch nach bald 60 Jahren Blues gute Laune. Er besinnt sich auf den klassischen Blues, mit dem er Anfang der Sechzigerjahre gemeinsam mit Alexis Korner eine ganze Generation von britischen Musikern anfixte. Bands wie die Rolling Stones oder die Kinks hätte es vermutlich ohne ihn nie gegeben. Eine Legende also, die später für ziemlich waghalsige klangliche Experimente berühmt-berüchtigt wurde. Das freilich liegt jetzt auch schon längst hinter Mayall.

An Keyboards, Gitarre (die er viel zu selten in Hand nimmt) und vor allem an der nach wie vor phänomenal gespielten Mundharmonika frönt er dem reinen Blues ohne Gimmicks, sieht man einmal von ein paar exzentrischen Soli des Bassisten Greg Rzab ab. Diesem und dem exzellenten Schlagzeuger Jay Davenport hört Mayall begeistert zu und spendet ab und an spontan Applaus. Wie erwähnt: Mayall ist trotz des Blues gut drauf und überraschend agil. Gut, zwischendrin setzt er sich auf einen Hocker, um durchzuschnaufen, aber er spielt immerhin zwei Stunden durch, und das mit viel Verve. Er ist Dienstleister und liefert. Das Publikum feiert das gebührend und lautstark.

Am Ende, nach der Zugabe „Room to move“, marschiert John Mayall dann tatsächlich noch zum Stand mit den Fanartikeln, um Platten zu signieren und sich mit Fans fotografieren zu lassen. So nahe kommt man Legenden der Musik sonst nie als gemeiner Fan. Alleine deswegen ein besonderer Abend. Zoran Gojic

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