SOPHIE HUNGER UND BAND BEGEISTERN BEI IHREN MÜNCHNER KONZERTEN

Bitparade

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Sophie Hunger

Die Eidgenossin hat sich in eine Bytegenossin verwandelt.

Wo andere Musiker ihre Instrumente ausstöpseln und „unplugged“ spielen, steckt Sophie Hunger ihre Maschinen ein (Foto: Paul Zinken/dpa). Synthesizer und Drum-Computer prägen „Molecules“, das fantastische neue Album der Singer-Songwriterin aus Bern. Und sie prägen auch ihre neue Tour, die jetzt im Münchner Freiheiz startete. Und weil Sophie Hunger beständig versucht, sich das Leben nicht zu leicht zu machen, spielt(e) sie nicht ein Konzert in München, sondern gleich drei. „Hunger-Festspiele“ nennt sie ihren Isar-Dreier mit weiteren Auftritten im Technikum und diesen Samstag im intimen Strom – allesamt ausverkauft. Warum das so ist, zeigte die 35-Jährige im Freiheiz. Denn Hungers elektrische Bitparade mit einer neuen Band, mit zwei Synthies, ganz ohne Bass, ist herausragend gelungen, bewahrt aber dennoch ihre Stärken.

Kalt klingt hier gar nichts, auch wenn zum Beispiel das neue „Tricks“ an englischen New Wave aus den Achtzigern erinnert, an Tubeway Army oder New Order. Doch Sophie und ihre Band, die sie virtuos wie ein Instrument bedient, kombinieren die Maschinenklänge mit Flügelhorn, Baritonsaxophon und akustischer Gitarre – eine famose Melange. „Ich weiß, für viele Fans ist es hart“, kommentiert sie gut gelaunt ihren Neuanfang, „aber für mich ist es auch hart, ich musste richtig üben“. Und das hat sich gelohnt. Kurz vor Schluss singt sie, ganz warm, ganz unmaschinell, ihren „Walzer für niemand“, einen der schönsten deutschsprachigen Popsongs, der je geschrieben wurde. Ob akustisch oder elektrisch – Sophies Welt fasziniert in jeder einzelnen Sekunde. Jörg Heinrich

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