Mit ein bisschen Melancholie

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Mezzosopranistin Angelika Kirchschlager und ihr gefeierter Liederabend beim Richard-Strauss-Festival in Garmisch-Partenkirchen. Dass ein Liederabend Spaß machen kann, die Zuhörer nicht nur genießen, sondern auch lachen dürfen, das bewiesen am Eröffnungsabend des Richard-Strauss-Festivals in Garmisch-Partenkirchen Angelika Kirchschlager und ihr Klavierbegleiter Julius Drake.

Bereits nach dem ersten Teil ernteten die Künstler im Kongresshaus Bravi. Die ausgefeilte Gesangstechnik der Mezzosopranistin, das Jonglieren mit ihrer Stimme, auch die ungekünstelte, sympathische Ausstrahlung ließen diesen Auftritt zu einem ganz besonderen werden.

Angelika Kirchschlager gelang es, Stimmungen und Spannungen auf das Publikum zu übertragen und es so intensiv einzubeziehen. Lieder von Johannes Brahms und Richard Strauss standen im ersten Teil auf dem Programm. Gestaltete Angelika Kirchschlager die Brahms-Werke mit ihren weiten Melodien zupackend und dramatisch, so gelangen ihr bei Strauss mehr Differenzierungen. Der Spannungsbogen von zart-lyrisch, nachdenklich über witzig-kokett („Für fünfzehn Pfennige“) bis zu ahnungsvoll hatte so viele feine Nuancen, dass das Zuhören zum Genuss wurde.

Pianist Julius Drake schien dabei mitzuatmen, nahm sich wenn nötig zurück und wagte manchmal auch orchestrale Klangwirkungen. Äußerst sensibel und spannend interpretierte Angelika Kirchschlager nach der Pause die Lieder von Robert Schumann. Geheimnis- und gefühlvoll, immer mit einem bisschen Melancholie versetzt erklangen „Loreley“ oder „Die Soldatenbraut“, melodramatisch, aber nie forcierend „Die Löwenbraut“. Eine Überraschung dann zum Schluss: Werke von Jake Heggie aus dessen „Songs to the Moon“ und „Statuesque“. Im deutschsprachigen Raum sind die Opern und Kunstlieder des US-Amerikaners (Jahrgang 1961) kaum bekannt, deshalb gab’s eine charmante Moderation. Nicht überraschend, dass die witzigen Lieder in Gershwin-Tradition mit Anklängen an den Brodway, bei denen die Künstler auch mal klatschten und stampfen durften, bestens ankamen. meggy schäfer

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