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Bi-Ba-Ballermann

Die Erste Allgemeine Verunsicherung und ein schwer angeschlagener Wolfgang Ambros auf dem Tollwood-Festival. von jörg heinrich.

Felix Austria? Nicht an diesem unglücklichen Abend auf dem Tollwood. Wer sich vom Österreicher-Gipfel „EAV trifft Wolfgang Ambros“ Wiener Schmäh erhofft hatte, wurde bitter enttäuscht. Dass die Erste Allgemeine Verunsicherung niemanden mehr verunsichert und mittlerweile eher als Klamaukkapelle unterwegs ist, ließ sich noch verkraften. Schlimmer war das Drama danach.

Austropop-Denkmal Wolfgang Ambros kam mächtig angeschlagen auf die Bühne. Sicherlich ein Drittel der Fans im zunächst ausverkauften Zelt ging vorzeitig – an einem Abend, an dem die Donau womöglich für den Wolfgang ein bisserl zu blau war. Was der Liedermacher allerdings dementieren lässt.

Wobei das Motto „EAV trifft Ambros“ ohnehin in die Irre führte, denn man traf sich keineswegs. Dass die „Austria 2“ ein paar gemeinsame Nummern auf die Bühne stellen, dass die „Blume aus dem Gemeindebau“ einen „Banküberfall“ verübt – es wär’ zu schön gewesen. So spielte die EAV vor der Pause, und Ambros danach. Thomas Spitzer, kreativer Genius der Verunsicherung, blieb wie zuletzt gewohnt zuhause. Er hat keine Lust auf nostalgieseliges Geschunkel. Ohne ihn riss Sänger Klaus Eberhartinger routiniert die alten Hadern von „Burli“ bis „Samurai“ runter. So ist die EAV gefährlich nah dran am Alpen-Ballermann, den Spitzer immer so scharfzüngig kritisierte.

Dann der große Ambros. Seine Zunge war schwer, teilweise hörte man nur noch die Background-Ladys Gitti und Ursula singen. Seine Band, die getreue Nr. 1, versuchte, dem Chef über die Runden zu helfen. Schimpfende Zuschauer – und dazu die elende Ballermann-Fraktion, die Ambros noch anfeuerte: „Trink’ noch a Bier, Wolferl!“ Dabei war der 63-Jährige zuletzt beim Nova Rock Festival in der Nähe von Wien noch recht gut in Form. Doch diesmal? Mathias Schaettgen, der für Tollwood die Musiker bucht, erklärte: „Tatsächlich leidet der Künstler derzeit unter gesundheitlichen Einschränkungen, die anhand der gebückten Haltung und der extrem eingeschränkten Bewegungsfähigkeit unübersehbar waren. Er ist momentan ohne Gehhilfe kaum in der Lage, zu laufen. Dass er ‚volltrunken‘ gewesen sein soll, entspricht nicht den Tatsachen.“ Wie dem auch sei: Am Ende verabschiedete sich Ambros mit einem „Gott schütze Euch“. Bleibt zu hoffen, dass der Wolfgang irgendwen hat, der ihn vor sich selbst schützt.

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