Berufskind

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Bela B,. Münchner Freiheiz.

Sein (Künstler-)Name wird auf ewig mit der selbsternannten „besten Band der Welt“ in Verbindung stehen: Bela B, der Vampir-liebhabende Drummer der Berliner Punk-Rock-Blödel-Band Die Ärzte. Derzeit ist Dirk Felsenheimer unterwegs und stellt mit den Musikern von Smokestack Lightnin’ samt Sängerin Peta Devlin seine Country- und Rockabilly-Platte „Bye“ vor – eine Tourneestation war nun das Münchner Freiheiz.

Eine augenzwinkernde Twist-Version von „Manchmal haben Frauen …“ spielten die sechs, ansonsten herrschte Ärzte-freie Zone. Nichts war’s mit Flirten, bis der Arzt kommt, und mit seinem Herumulken stand Bela auch alleine da. Einmal gar schnitt ihm die reizende Peta Devlin entnervt den Satz ab. Er nahm’s locker. Schließlich weiß er, dass die blonde Eis-Frau ihn, das 51-jährige Berufskind, nicht nur optisch und charakterlich glänzend kontrastiert. Das Spiel Engel und Teufel trieben sie bis zur Perfektion: Ihre helle, leuchtende Stimme und sein Bass harmonierten wie bei der Ode an die Liebe „Immer so sein“ hervorragend miteinander. Gut so, denn musste Bela in höhere Lagen, kippte seine Stimme, und er rettete sich in den Sprechgesang.

Ein Ab- und Rückfall bedeutet auch „Sentimental“, das hätte ebenso gut auf eine der neueren Ärzte-Platten gepasst: Herumalbern ohne Niveau. Dann lieber Cover-Versionen wie Johnny Leytons „Johnny Remember Me“, bei denen vor allem Smokestack Lightnin’ führen. Sie brauchen nicht aufgeblasen Johnny Cash zu imitieren, um dieses Lebensgefühl von Nashville zu treffen. Das muss Bela noch lernen: Manchmal sollte er aufs Rampensau-Dasein verzichten. angelika mayr

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