Bereit fürs Stadion

Die Mighty Oaks fkn
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Die Mighty Oaks fkn

Die Mighty Oaks in der Tonhalle: rundum geglückt. Noch vor vier Jahren nahmen die Herren von Mighty Oaks ihre ersten Lieder im Wohnzimmer des Gitarristen auf und veröffentlichten sie mangels Plattenfirma auf der Webseite „Soundcloud“.

Was folgte, war eine der erstaunlichsten Erfolgsgeschichten der zeitgenössischen Popmusik. Die Mighty Oaks wurden zu einem Geheimtipp und schließlich, fast unbemerkt von den Medien, zu einem Phänomen. Es ist eine Band, die von den Fans selbst entdeckt wurde.

In München füllte die multinationale Truppe rund um Sänger Ian Hooper nun mühelos die Tonhalle und wurde so lautstark bejubelt, dass einem die Ohren klingelten. Und man muss diese Burschen schon live erleben, um die Begeisterung zu verstehen. Auf den Platten klingt der folkig angehauchte Pop häufig eine Spur zu vorhersehbar, zu weichgespült. Live hingegen reißt die Musik mit, da pumpt die Band Leidenschaft, Kraft und Schwung in ihre Lieder. Und der bemerkenswert fein abgestimmte mehrstimmige Gesang entfaltet erst live seinen verführerischen Sog.

Manchen Song wie etwa „Just One Day“ könnte man sich ziemlich gut in einem vollbesetzten Stadion als Abräumer vorstellen. Unverkennbar entwickelt sich die Band live ein wenig weiter in Richtung Rock und das jahrelange Tingeln zahlt sich aus: Sie präsentieren sich auf der Bühne als konzentrierte, aber entspannte Könner, die wissen, wie die Dramaturgie für einen gelungenen Konzertabend funktioniert. Der dauert zwar kürzer als ein Fußballspiel lang ist, aber das nimmt keiner im Saal übel, denn dafür gibt es keine Sekunde Leerlauf. Ein rundum geglückter Aufstieg in die Liga der Bands, die auch große Hallen füllen.

Nur eine Sache bleibt mysteriös: Wie schafft es Sänger Hooper bei Temperaturen und einer Luftfeuchtigkeit, die sehr denen in einer finnischen Sauna ähneln, in dickem Pullover und mit Wollmütze den Abend durchzustehen, ohne ohnmächtig zu werden? zoran gojic

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