HANNS CHRISTIAN MÜLLERS AUTOBIOGRAFISCHES BUCH „SONNE FÜR ALLE“

Begegnung mit Jesus

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Hanns Christian Müller

Wer Jesus treffen will, muss dazu bereit sein, in einer eiskalten Münchner Winternacht seine Isetta zu stoppen und einen Anhalter mitzunehmen.

Seiner Neugier auf Menschen ist es zu verdanken, dass Hanns Christian Müller (Foto: Petra Felser) so viele Anekdoten aus seinem Leben erzählen kann. Geschichten von normalen und verschrobenen und ganz oft auch von normal verschrobenen Leuten. Die hat er nun in einem Buch zusammengefasst, das „Sonne für alle“ heißt und gestern in der Münchner Lach- und Schießgesellschaft vorgestellt wurde.

Wer diese Schnurren liest (oder, vom Autor gelesen, hört), der versteht, warum der 68-Jährige zusammen mit Gerhard Polt so geniale Werke schuf wie die Serie „Fast wia im richtigen Leben“, den Kinofilm „Kehraus“ oder das Theaterstück „Tschurangrati“. Das kann nur gelingen, wenn man ein brillanter Beobachter ist, der aus den Personen, die er so trifft, ob alt oder jung, sympathisch oder unsympathisch, den Archetyp herausarbeitet, den jede und jeder kennt oder zumindest zu kennen meint. Man spürt die Liebe, die der gebürtige Münchner zu seinen Protagonisten hat, ob es sich nun um seine schwerhörige Tante Berta handelt, einen Gerichtsvollzieher oder einen Schnorrer namens „Schweinskopf“.

Müller schafft aus Begegnungen kleine Tragikomödien, die viel vom alten München erzählen, seinen Künstler und Kramerladenbesitzern. „Ich hab’ in meinem Leben irrsinnig viel Glück gehabt“, sagt das Multitalent lachend. Vielleicht hat er deswegen dem Jesus jener Nacht im Jahr 1968 so schnell verziehen. Der hatte sich damals als von Schizophrenie geplagter Student entpuppt, den am Ende neun Polizisten bändigen mussten. Rudolf Ogiermann

Hanns Christian Müller:

„Sonne für alle“. PPV Medien, 224 Seiten; 19,90 Euro.

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