Begabt, exzentrisch, engagiert – und 70

Schrille Kostüme, bunten Brillen, tolle Lieder: Elton John.
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Schrille Kostüme, bunten Brillen, tolle Lieder: Elton John.

Elton John . Mehr als 250 Millionen verkaufte Platten, fünf Grammys und ein Oscar: Elton John ist einer der erfolgreichsten und reichsten Popmusiker der Welt.

Am Samstag wird er 70 Jahre alt. Seit mehr als fünf Jahrzehnten steht der exzentrische Brite auf der Bühne. Und ans Aufhören denkt er noch lange nicht. Gerade tourt er durch Nord- und Südamerika.

Geboren wurde Elton John am 25. März 1947 als Reginald Kenneth Dwight im wohlhabenden Londoner Stadtteil Pinner. Sein musikalisches Talent zeigte sich schon früh. Mit drei begann er Klavier zu spielen, mit elf Jahren gewann er ein Stipendium für die berühmte Londoner Musikhochschule Royal Academy of Music. Als Jugendlicher jobbte er tagsüber als Laufbursche für einen Musikverlag und abends hatte er seine ersten Auftritte.

Eine Plattenfirma brachte Elton John 1967 zufällig mit dem Texter Bernie Taupin zusammen, die beiden hatten sich unabhängig voneinander auf die Anzeige der Firma gemeldet. Diese Zusammenarbeit verhalf Elton John zum Durchbruch.

Zwischen 1970 und 1976 produzierte das Team Hits am laufenden Band, unter anderem „Your Song“, „Rocket Man“, „Crocodile Rock“ und „Goodbye Yellow Brick Road“. „Don’t Go Breaking my Heart“ im Duett mit der britischen Sängerin Kiki Dee landete sowohl in Großbritannien als auch in den USA auf Platz eins der Charts.

Doch das Lied, das die meisten Menschen mit Elton John verbinden, ist „Candle in the Wind“ – und zwar in der Version, die er 1997 bei der Trauerfeier für Prinzessin Diana sang, mit der er eng befreundet war. Die Single verkaufte sich 33 Millionen Mal – so oft wie keine andere davor und danach.

Doch das Leben des Superstars war nicht immer so glänzend, wie es auf der Bühne schien. Viele Jahre kämpfte er mit seiner Drogensucht, Alkoholkrankheit und Bulimie. Die Abhängigkeit zu überwinden, „war das Wichtigste, was ich je getan habe“, sagt Elton John über sich selbst.

Nachdem sein enger Freund Freddie Mercury, der Frontmann von Queen, an Aids gestorben war, begann Elton John sich für den Kampf gegen die Krankheit zu engagieren und gründete eine Aids-Stiftung. Für diesen Einsatz und sein Verdienst in der Musik schlug Queen Elizabeth Elton John 1998 zum Ritter.

Der Sänger, Pianist und Komponist bekennt sich offen zu seiner Homosexualität. Als die Homo-Ehe in Großbritannien erlaubt wurde, heiratete er 2014 seinen langjährigen Partner David Furnish. Das Paar hat zwei Kinder, Zachary und Elijah, die 2010 und 2013 von einer Leihmutter zur Welt gebracht wurden.

Aus seinem Hang zur Verschwendung macht John keinen Hehl. „Ich liebe es, mein Geld auszugeben“, sagte er mal. Er bekannte, 30 Millionen Pfund (34 Millionen Euro) in weniger als zwei Jahren verprasst zu haben – 300 000 Pfund allein für Blumen.  afp

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