Bartolis Männer

„Stars & Rising Stars“, Musikhochschule.

Musizieren auf Augenhöhe. So haben es sich die Initiatoren von „Stars & Rising Stars“ vorgestellt. Ein neues Festival, das junge Talente gemeinsam mit den Größen der Klassikszene auf die Bühne bringt und ihnen so Aufmerksamkeit verschaffen will. Aufgegangen ist dieser Plan zumindest schon mal beim Festivalpräludium in der Münchner Musikhochschule, wo sich Zugpferd Cecilia Bartoli abgesehen von drei Duetten meist vornehm im Hintergrund hielt und der neuen Generation das Rampenlicht gönnte.

So bestand Petr Nekoranec als Rossini-Märchenprinz nicht nur seine Feuertaufe an der Seite von Bartolis quirliger Cenerentola, sondern konnte sich mit angenehm timbriertem Tenor vor allem mit der Arie des Nadir aus Bizets „Perlenfischern“ glänzend in Szene setzen. Während er mit Donizettis „Fille du regiment“ schon zur Wachablösung von Juan Diego Flórez anzusetzen schien, dürfte die Zukunft von Bass José Coca wohl eher bei Verdi liegen, dessen Fiesco ihm deutlich bequemer in der Kehle lag als Osmin oder Don Giovanni. Bestens aufgehoben bei Mozart war dafür Huang Shan, der als zweiter Tenor im Bunde dem Koloraturen-Feuerwerk seines Kollegen eine lyrisch grundierte, aber kraftvolle Stimme entgegensetzte. Das optimistische Ziel, bis zum Ende des Festivals neben jungen Künstlern ebenfalls 20 bis 30 Prozent junges Publikum zu haben, hat man zwar noch nicht erreicht. Aber das kann ja noch werden. Ab 20. Mai lockt „Stars & Rising Stars“ mit zehn weiteren Konzerten. Auch hier gilt: U28 zahlt 10 Euro. tobias Hell

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