DIE ABSCHALTUNG DES ANALOGEN KABELS ZWINGT AUCH RADIOHÖRER ZUM HANDELN – WAS MAN DAZU WISSEN MUSS

Aufgehorcht

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Von Jörg Heinrich. Jetzt wird’s ernst!

Seit gestern schaltet Vodafone, ehemals Kabel Deutschland, in weiten Teilen Münchens nach und nach das analoge Kabelfernsehen ab. Bis Mitte Oktober ziehen auch die weiteren Anbieter wie Pÿur, das bisherige KMS, nach. Meist ist dann ein neuer Receiver erforderlich, um weiterhin fernsehen zu können. Aber auch viele Radiohörer müssen ihre Technik umstellen. Denn parallel zum Fernsehen wird auch das analoge Kabelradio abgeschaltet. Wer seine Stereoanlage oder einen anderen Empfänger an die Wandbuchse angeschlossen hat, um damit Radio via Kabel störungsfrei und mit großer Programmvielfalt zu hören, braucht ebenfalls neue Geräte. Radiofans haben vier Möglichkeiten:

UKW-Antenne:

An viele Stereoanlagen lässt sich eine Zimmer- oder Wurfantenne anschließen, die den UKW-Empfang verbessert. Solche Antennen gibt es schon für unter zehn Euro. Bei der veralteten analogen UKW-Technik drohen aber dennoch Rauschen und schlechter Empfang – für Freunde von gutem Klang mit hochwertigen Boxen allenfalls eine Notlösung.

Fernseher oder Receiver:

Die Anbieter strahlen nicht nur digitales Kabelfernsehen aus, sondern parallel auch digitales Kabelradio in Topqualität mit enorm vielen Sendern. So lässt sich über den Fernsehlautsprecher auch Radio hören. Besonders praktisch und energiesparend (bei eingeschaltetem Bildschirm) ist das aber nicht. Wenn der Receiver oder der Fernseher über einen entsprechenden Audioausgang verfügen, lässt sich die Stereoanlage daran anschließen. Das Wechseln der Radiosender auf dem Fernsehschirm bleibt aber umständlich.

DVB-C-Radiotuner:

Es gibt DVB-C-Radiotuner („C“ wie „Cable“), die sich zwischen Kabelbuchse und Stereoanlage schalten lassen. Sie „übersetzen“ die digitalen Radioprogramme aus dem Kabelsignal, übertragen sie an die Musikanlage und zeigen die Sender auf einem Display an – einschließlich Möglichkeit zum Umschalten. Der Technisat „Cablestar 100“ oder der Vistron „VT855“ kosten 50 bis 55 Euro.

DAB+:

Die zeitgemäßeste Lösung ist sicherlich der Umstieg aufs Digitalradio DAB+, das dem UKW-Empfang in Sachen Klangqualität und Programmauswahl weitaus überlegen ist. Aktuelle Stiftung-Warentest-Sieger sind das Sony „XDR-S61D“ (85 Euro) und, mit zusätzlichem Internetempfang, das Roberts „Stream 218“ (230 Euro). Neu auf der Internationalen Funkausstellung (IFA) und ab sofort im Handel sind das Pure Elan „IR3“ (100 Euro) und das Schwestermodell „IR5“ (120 Euro), das zusätzlich per Bluetooth Musik vom Smartphone abspielt. Über die Kopfhörerbuchse oder einen anderen Audioausgang, je nach Ausstattung, lassen sich solche Radios auch an die vorhandene Anlage anschließen. Noch mehr Tricks beherrscht das Technisat Digitradio 110 für 140 Euro. Es empfängt Radio via Internet, DAB+ oder UKW. Per Audioausgang (optisch oder Klinke) bringt es den Radioton ebenfalls auf die Stereoanlage. Fotos: Ullstein, dpa, MM

Zurück zur Übersicht: Kultur & TV

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Kommentare