TOMI ADEYEMI GILT ALS NEUER STAR DER FANTASY-LITERATUR – NUN LIEGT „CHILDREN OF BLOOD AND BONE. GOLDENER ZORN“ AUCH AUF DEUTSCH VOR

Aufbruch in die Freiheit

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von ulrike frick. Die erst 24 Jahre alte US-amerikanische Schriftstellerin Tomi Adeyemi ist der neue Star der Fantasy-Literatur.

Und das nach nur einem einzigen Roman, der sofort auf Platz eins der „New York Times“-Bestsellerliste landete. Am zweiten Teil schreibt sie gerade erst. An der Verfilmung des ersten Bands von „Children of Blood and Bone“, der jetzt auf Deutsch erschienen ist, wird bereits gearbeitet. Die Aufregung rund um die Autorin erinnert beinahe schon an Joanne K. Rowlings „Harry Potter“-Bücher.

Auf den ersten Blick ist Adeyemis Buch ein typischer Vertreter des Genres: Mit den Augen der jungen Zélie sieht man das Land Orisha und die Lebensbedingungen innerhalb der hierarchisch geordneten Gesellschaft. Zélie ist eine Maji, ihrem Stamm wurden früher Zauberkräfte nachgesagt – bis der König von Orisha die Maji deswegen nahezu ausrottete. Die letzten Überlebenden fristen als Sklaven ein tristes Dasein. Dann findet Zélie einen magischen Gegenstand und macht sich auf die typische Heldenreise, um die Zauberkraft ihres Stammes zurückzuholen.

Die Handlung unterscheidet sich nicht sehr von Suzanne Collins’ „Die Tribute von Panem“, Veronica Roths „Die Bestimmung“ oder ähnlichen Dystopien. Immer folgen auf den Aufbruch die Läuterung und der Wandel zum Guten. Allerdings sind hier erstmals alle Protagonisten schwarz, und Orisha erinnert an Afrika – Adeyemis Vorfahren stammen aus Nigeria. Die erschütternde Gewalt, die den Maji angetan wurde, entspricht recht genau den Abscheulichkeiten, die man über Generationen den Schwarzen in den USA antat.

Adeyemi vermittelt durch ihre zornige, anfangs unterdrückte Hauptfigur ziemlich plastisch, wie sich farbige Menschen angesichts des alltäglichen Rassismus fühlen müssen – auch heute noch. Die Autorin beschreibt in „Goldener Zorn“ (der Verlag empfiehlt das Buch für Leser ab 14 Jahren) den Kampf der Völker dialogstark, atmosphärisch dicht, spannend und sehr actionreich. Das erinnert an Fernsehserien wie „Game of Thrones“, hier als erfrischend emanzipierte, moderne, aufgeklärte Variante. Zur Orientierung für den Leser gibt’s zusätzlich Karten, Infos und Erläuterungen zu den einzelnen Clans und ihren Eigenschaften. So kann man anfangs nachschlagen – aber bald weiß man sowieso, was die Afefe von den Imole oder Omi unterscheidet.

Tomi Adeyemi:

„Children of Blood and Bone. Goldener Zorn“. Aus dem amerikanischen Englisch von Andrea Fischer. FJB Fischer Verlag, Frankfurt am Main, 623 Seiten; 18,99 Euro.

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