Attraktiv, aber nicht nur nett

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Voller Einsatz: Andrea Gerlach (Anja Schiffel, liegend) ist bei Dr. Niklas Ahrend (Roy Peter Link, 2. v. li.) und seinen Kollegen Elias Bähr (Stefan Ruppe), Dr. Leyla Sherbaz (Sanam Afrashteh) und Julia Berger (Mirka Pigulla) in besten Händen. ARD

Serien . Mit dem „In aller Freundschaft“-Ableger „Die jungen Ärzte“ will die ARD eine neue Zielgruppe erreichen.

Von Klaus Braeuer

Wenn es sich nicht gerade um klassische Krimis handelt, geht es in deutschen Serien um Anwälte, Nonnen, Bürgermeister, Förster – und vor allem immer wieder um Ärzte, vom Tierarzt über den Landarzt bis zum Klinik-„Weißkittel“. Das derzeit erfolgreichste Format ist „In aller Freundschaft“ im Ersten mit im Schnitt sechs Millionen Zuschauern. Damit auch das junge Publikum weiter zuschaut, hat die ARD jetzt einen Ableger geschaffen – lauter junge Mediziner, mit denen sich die potenzielle Zielgruppe identifizieren kann.

Die Serie „In aller Freundschaft – Die jungen Ärzte“, die heute um 18.50 Uhr startet und von der zunächst 42 Folgen zu sehen sein werden, bricht, soviel steht fest, nicht mit den ehernen Regeln des Genres. Ein bekanntes Gesicht wurde aus der Leipziger „Sachsenklinik“ in die neue Produktion verpflanzt. Dr. Niklas Ahrend (Roy Peter Link) wird gleich an seinem ersten Tag als Oberarzt im Erfurter „Johannes-Thal-Klinikum“ stark gefordert. Sein verehrter Mentor, Dr. Harald Loosen (Robert Giggenbach), bricht auf der Straße mit einem Herzinfarkt zusammen und fällt ins Koma. Gemeinsam mit der Chefärztin Dr. Karin Patzelt (Marijam Agischewa) kann Ahrend Dr. Loosens Leben retten.

Dann werden, Dramatik muss sein, die zahlreichen Verletzten eines Zugunglücks eingeliefert – unter ihnen befinden sich, welch’ große Überraschung, auch Ahrends ehemalige Geliebte Arzu (Arzu Bazman) und sein Sohn Max. Schnell gerät Ahrend mit seinem schärfsten Konkurrenten, Dr. Matteo Moreau (Mike Adler), aneinander.

Auch der Rest des Ärzteteams ist jung und attraktiv. Da gibt es die Anästhesistin Leyla Sherbaz (Sanam Afrashteh), eine Studienfreundin von Niklas Ahrend, ferner Julia Berger (Mirka Pigulla), die Tochter des Klinikchefs Wolfgang Berger (Horst Günter Marx). Annika Rösler (Paula Schramm) ist das Küken im Team der Assistenzärzte, Dr. Theresa Koshka (Katharina Nesytowa) ist sehr ehrgeizig, Elias Bähr (Stefan Ruppe) eher schüchtern und Ben Ahlbeck (Philipp Danne) als Chirurg ein Könner.

Die Schauspieler sind mit Herzblut dabei, die Handlungsfäden übersichtlich geknüpft und das Erzähltempo etwas schneller als gewohnt. Mike Adler (36) als Gegenspieler des neuen Oberarztes hat die faszinierendste Rolle. „Sympathien definieren sich ja über Qualitäten, die ein Mensch mitbringt“, sagt er. „Die sind meist im ersten Moment nicht so offensichtlich.“ Dr. Moreau habe große Qualitäten als Arzt, aber Defizite im zwischenmenschlichen Bereich: „Mir macht es schon Spaß, mal einen herablassenden Typen zu spielen.“

Auch Roy Peter Link (32) betont, dass er alles andere als einen netten Kerl verkörpere: „Dr. Niklas Ahrend ist ja nicht gerade ein Sympathieträger, so kennt man ihn aus der ,Sachsenklinik‘ ja auch nicht. Er hatte da ein großes Problem mit Autoritäten und hat ja die Schwestern geschwängert, ohne die Ehemänner zu fragen.“ Nun gebe es wieder neue amouröse Verwicklungen, und das, was den Figuren passiere, werde auch weitererzählt und auf keinen Fall vergessen.

Das ist ebenso tröstlich wie die Nachricht, dass für den Dauerbrenner „In aller Freundschaft“ am Dienstagabend kein Ende in Sicht ist. Die Staffeln 19 und 20 mit je 42 Folgen werden 2016 und 2017 ausgestrahlt. Ob es für den Ableger „Die jungen Ärzte“ auch weitergeht, entscheidet nun der Zuschauer. „Das ist ja ein Versuch, den wir da machen, den ich sehr reizvoll finde“, sagt ARD-Programmchef Volker Herres: „Die neue Serie ist ja keine Verlängerung, sie hat ihren ganz eigenen Charakter und einen modernen Look. Den Hauptabend mit dem Vorabend zu verschränken, das kann ich mir auch bei anderen Serien vorstellen.“

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