Aristokratische Ausstrahlung

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Die Schauspielerin Gudrun Landgrebe, die einst durch den Film „Die flambierte Frau“ schlagartig berühmt wurde, wird heute 65 Jahre alt. Von Sabine Maurer.

Gudrun Landgrebe ist eine zurückhaltende Frau – zumindest in der Öffentlichkeit. Interviews gibt die Schauspielerin, die durch den Film „Die flambierte Frau“ schlagartig berühmt wurde, nur selten. Da macht sie auch für ihren 65. Geburtstag an diesem Samstag keine Ausnahme. Die zierliche Frau, die für eine Rolle „nie 15 Kilogramm zunehmen würde“, wie sie einmal sagte, ist auch heute noch gut im Geschäft.

Geboren in Göttingen und aufgewachsen in Bochum, besuchte Landgrebe zunächst die „Schule des Theaters“ in Köln, im Jahr 1971 gab sie in Bielefeld ihr Bühnendebüt. Mittlerweile hat sie in mehr als hundert Produktionen mitgespielt, darunter „Heimat“ (1984), „Oberst Redl“ (1985), „Die Katze“ (1988), „Ein Mann für jede Tonart“ (1993), „Rossini“ (1997) und „Opernball“ (1998).

Dieses Jahr stand die Frau mit den auffallend blauen Augen für das Psychodrama „Weinberg“ für den Pay-TV-Sender TNT vor der Kamera. Abseits der Schauspielerei liest Landgrebe bei literarischen Abenden und für Hörbuchproduktionen. Außerdem hat sie ein Kochbuch geschrieben.

Doch ihr mit Abstand größter Erfolg liegt bereits über 30 Jahre zurück. Mit der Rolle als Prostituierte in Robert van Ackerens „Die flambierte Frau“ an der Seite von Mathieu Carrière ist sie im kollektiven Gedächtnis gespeichert. Im Jahr 1983 wurde sie damit über Nacht zu einem internationalen Filmstar. Das war für sie nicht nur die reine Freude, wie sie in einem Interview der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ verriet. Die plötzliche Popularität sei „ganz furchtbar, einfach schrecklich“ gewesen. Die Menschen hätten sich im Pulk auf sie gestürzt. Erst nach einigen Jahren habe sich die Lage wieder etwas normalisiert. Irgendwann habe sie es dann auch als angenehm empfunden, erkannt zu werden.

Nach dem Riesenerfolg der „flambierten Frau“ waren der Frau mit der aristokratischen Ausstrahlung damals viele Rollen als Hure angeboten worden – die sie allesamt ablehnte, um nicht abgestempelt zu werden. „Heute bedauere ich, dass ich die eine oder andere Rolle nicht doch angenommen habe“, meinte sie in dem früheren Interview. Doch auch so war die Karriere in Fahrt gekommen, sie wurde zu einer der erfolgreichsten deutschen Schauspielerinnen. Immer wieder brillierte sie vor allem als erotische Frau, die kühl kalkulierte.

In ihrer erfolgreichsten Zeit in den Achtzigerjahren galt sie mit dieser Ausstrahlung als neuer Frauentyp. Mit dem Begriff „Traumfrau“ kann Landgrebe, die seit 14 Jahren mit dem Arzt Ulrich von Nathusius verheiratet ist, allerdings wenig anfangen. „Das ist doch an sich nur die Projektion der eigenen Wunschvorstellung. Bei näherer Betrachtung haben selbst Traumfrauen Plattfüße und Angst vor Spinnen.“ Und auch sie selbst sehe sich nicht als „Traumfrau“, mit ihrem eigenen Aussehen sei sie stets ein wenig unzufrieden.

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