Appell für mehr Weiblichkeit

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Blattkritik  . Neue Zeitschrift „Barbara“ will kein normales Frauenmagazin sein.

von Katja Kraft

So ist’s recht: Eine Frauenzeitschrift, ganz ohne Diäten, Workout-Programme und To-do-Listen. Vielen Dank schonmal vorab dafür, liebe „Barbara“. Seit vergangener Woche ist diese Zeitschrift, die „kein normales Frauenmagazin“ sein möchte, auf dem Markt. Und macht bereits in Ausgabe eins klar, an wen sie sich richtet: An alle, die es leid sind, Hungerhaken als weibliche Vorbilder serviert zu bekommen. Wer „Barbara“ liest, soll zu seiner Weiblichkeit stehen.

Die Königin dieser Zurück-zu-den-Kurven-Bewegung ist der blonde Kracher Barbara Schöneberger. Nach ihr wurde das Heft benannt, sie hat laut Gruner + Jahr kräftig an seiner Entwicklung mitgearbeitet. An ihr kommt man im deutschen Mediengeschäft schließlich nicht vorbei. Zu laut dröhnt sie mit ihren Sprüchen und dem herzhaften Lachen durch jeden Raum, den sie betritt. Das Wissen, wie man sich Gehör verschafft, scheint sie mit „Barbara“ an alle anderen Frauen weitergeben zu wollen. Der Tenor, der sich durch das Heft zieht: „Sei du selbst und lass dich bloß nicht verbiegen.“

Untermauert wird das von Geschichten wie einem Selbsterfahrungsbericht, ohne Make-up auszugehen – leider durchgeführt von zwei Schönheiten, an deren perfekter Haut Make-up-Artists verzweifeln würden – weil’s nix für sie zu tun gäbe. In der obligatorischen Rezepte-Ecke wird dann charmant mit dem Bild der Frau als perfekter Köchin gebrochen – Motto: Es darf auch mal was schiefgehen, aber mit diesen Tricks könnte es funktionieren. Überhaupt plädiert „Barbara“ wie Barbara ja dazu, die eigenen Makel hinzunehmen – und galant mit anderen Vorzügen zu überspielen. In der Küche beispielsweise mit einem „Blender-Rezept“, das unlauter einfach ist, und doch jeden umhaut.

Die Rubriken sind ansonsten anderen Frauenmagazinen ähnlich – klingen halt nur anders. In den „Modeschauern“ wird mit Promi-Outfits abgerechnet, im „Quickie“ gibt’s Fünf-Minuten-Schönheitstipps.

Zurück zur Übersicht: Kultur & TV

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Kommentare