Allerlei Fernsehserien erreichen im Laufe ihres Sendebetriebs Kultstatus.

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Zuschauer bei den Dreharbeiten des „Bergdoktors“ dpa

Allerlei Fernsehserien erreichen im Laufe ihres Sendebetriebs Kultstatus.

Davon profitieren auch die Drehorte: Sie verzeichnen ein deutliches Plus bei den Besucherzahlen.

So gab es im Winter 2016 an zwei Februar-Samstagen während der Ausstrahlung des „Friesland-Krimis“ (der an diesem Samstag um 20.15 Uhr im ZDF zu sehen ist) insgesamt rund 2100 Zugriffe auf die Website der Stadt Leer, sagt Stadtsprecherin Grit Fokken. Bei der Touristikgesellschaft „Südliches Ostfriesland“ gingen in den folgenden drei Tagen gut 50 Prozent mehr Anrufe und Prospektanfragen ein als in den Tagen zuvor. Ein Rundgang zu den Drehorten wird gerade erarbeitet, und sogar Merchandising-Artikel sind in Planung.

Das „Antiquariat Wilsberg“ aus der gleichnamigen ZDF-Krimiserie existiert wirklich in Münsters Stadtzentrum. Eigentlich heißt es aber „Antiquariat Michael Solder“, nur zweimal im Jahr wird das Schild für die Dreharbeiten ausgetauscht. Die Serie hat dem Geschäft eine gewisse Berühmtheit verschafft, regelmäßig gibt es Besuch von Touristen. „Manchmal kommen busseweise Leute“, so Besitzer Michael Solder, dessen Geschäft seit knapp 18 Jahren als Kulisse für die Serie dient.

Die Stadt Bad Tölz habe von der Sat. 1-Serie „Der Bulle von Tölz“ profitiert, sagt Susanne Frey-Allgaier von der örtlichen Kur- und Tourismusdirektion. Wenn die Serie wiederholt wird, spüre man das Interesse etwa an den Zugriffszahlen auf die Homepage. „Vor zwei Jahren war die Serie ein großes Thema in Tschechien, das haben wir direkt gemerkt“, sagt sie. Die Stadt veranstaltet einmal im Monat eine Führung auf den Filmspuren in Bad Tölz, die sehr gut nachgefragt sei. Inzwischen gebe es einen Bullenbrunnen mit Figuren aus der Serie und ein Museum.

Die ZDF-Serie „Der Bergdoktor“ mit Hans Sigl ist für die Region Wilder Kaiser (Tirol) ein großer Gewinn. „Die Serie ist nach zehn Jahren nicht nur Image-Werbung, sondern ist auch ein Buchungsthema“, sagt der Geschäftsführer des Tourimusverbands Lukas Krösslhuber. Die Menschen fragen ausdrücklich nach den Drehorten wie dem Dorfplatz, der Praxis und dem Wohnhaus der Grubers. Wanderungen, Kutschfahrten und E-Bike-Touren sind im Angebot, seit 2011 werden Fan-Tage im Mai und Oktober veranstaltet. Die 1300 Tickets für den Mai seien bereits weg, sagt Krösslhuber. Dort schreiben Sigl und andere Darsteller stundenlang Autogramme. Seit 2013 seien die Buchungen im Sommer um 27 Prozent geklettert. „Wohl die Hälfte davon kam dank des Bergdoktors.“  dpa

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