Alle wollen dabei sein

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Redet Tacheles mit den Politpromis: Kabarettist Michl Müller in Veitshöchheim (hier bei der Probe). Foto: BR

Bayerisches Fernsehen . Auch heuer haben sich wieder Politiker aller Landtagsparteien zur Prunksitzung „Fastnacht in Franken“ angesagt.

Von Christiane Gläser

Mit der Fernsehsendung „Fastnacht in Franken“ heute ab 19 Uhr im Bayerischen Fernsehen ist der mediale Höhepunkt des bayerischen Faschings erreicht. Narren aus dem gesamten Freistaat halten wieder Einzug im unterfränkischen Veitshöchheim bei Würzburg. Obwohl der Ortsname fast schon ein Zungenbrecher ist, kann ihn dennoch jeder bayerische Politiker und jeder Faschingsfreund fehlerfrei aussprechen. Denn sie alle wollen einmal dabei sein – bei der Live-Übertragung der Prunksitzung des Fastnachtsverbandes Franken.

Seit 1987 wird „Fastnacht in Franken“ jedes Jahr live ausgestrahlt – mit mittlerweile bis zu vier Millionen Zuschauern gilt sie als erfolgreichste Sendung des BR. Stets werden die anwesenden Politiker ordentlich durch den Kakao gezogen und müssen dabei gute Miene zum bösen Spiel machen. Man könnte meinen, dass sich die Regierungsvertreter deshalb gute Ausreden einfallen lassen, nicht kommen zu müssen. Doch das Gegenteil ist der Fall – der Fastnachtsverband muss sich auf das Kabinett und ausgewählte Politiker beschränken.

Schließlich kann man in Veitshöchheim durchaus beim Wähler punkten – indem man Humor beweist und über sich selbst lacht. Das gilt nicht erst, seitdem Finanzminister Markus Söder mit seinen extravaganten Kostümen ins Rampenlicht getreten ist. Seitdem allerdings ist ein wahrer Kostümwettbewerb unter den Politikern ausgebrochen. Da sticht Ministerpräsident Horst Seehofer – meist nur mit schwarzem Anzug oder Frack bekleidet – geradezu heraus. Erwartet werden ferner unter anderen Wirtschaftsministerin Ilöse Aigner, Umweltministerin Ulrike Scharf, Innenminister Joachim Herrmann sowie Bundeslandwirtschaftsminiter Christian Schmidt. Auch Bayerns SPD-Chef Florian Pronold und Fraktionschef Markus Rinderspacher sind mit von der Partie, ferner Grünen-Fraktionschef Ludwig Hartmann sowie der Chef der Freien Wähler, Hubert Aiwanger.

Im Mittelpunkt der Sendung stehen aber natürlich nicht die Politiker, ihre Kostüme und deren Reaktionen auf die Spitzen der Narren. Es geht wird getanzt, gescherzt – und Tacheles geredet auf der Bühne. Dafür sorgen Fastnachtsgrößen wie die Kabarettisten Michl Müller und Peter Kuhn sowie die lustigen Witwen Waltraud und Mariechen (Martin Rassau und Volker Heißmann) oder Sebastian Reich und seine Nilpferddame Amanda.

Weil aber das Publikum nicht nur Altbewährtes, sondern auch Neues sehen will, hat der Fastnachtsverband das Programm etwas gestrafft. „Die Sitzungsleitung wird für etwa ein Drittel der Sendung ein anderer übernehmen, und das Finale werden wir auch ein bisschen anders als sonst gestalten“, sagt Verbandspräsident Bernhard Schlereth, ohne weitere Details zu verraten.

Zurück zur Übersicht: Kultur & TV

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Kommentare